„Müssen hier auf so viel achten“

Neues Luxushotel in Münchens Zentrum soll Stadtbild prägen, aber große Herausforderung beim Bau bleibt

Zentraler und prominenter geht es fast nicht: Im Herzen Münchens entsteht ein neues Luxushotel erster Güte. Bei dem Projekt sind Planer und Bautrupps bis aufs Äußerste gefordert.

München - Dieses Projekt prägt das Stadtbild: Das Luxushotel Königshof am Stachus ist seit zwei Jahren Baustelle – eine der markantesten von ganz München*. Und mittlerweile kann man schon gut erahnen, wie das Herz der Stadt in Zukunft aussehen wird. Der Rohbau ist fast fertig, bald geht’s mit dem Trockenbau los. Gewerkelt wird auf Hochtouren - zu Spitzenzeiten mit bis zu 400 Mann.

Stahl-Arbeiten am neuen Hotel Königshof – mit Blick auf die Türme der Frauenkirche.

Ein Besuch auf der Baustelle.

München: Beim Bau des neuen Luxushotels muss jeder Schritt perfekt passen

Spektakulär ist auf jeden Fall eines: der Ausblick vom neunten und höchsten Stockwerk des Hotels. Hier, 32 Meter über dem Boden, entsteht ein Restaurant inklusive Terrasse und bester Sicht über München. Außerdem ist hier in luftiger Höhe ein Wellnessbereich geplant – mit zwei Saunen, einem Dampfbad und einem Schwimmbad.

Königlicher Ausblick: Aus dem neunten Stock haben die Gäste künftig freie Sicht auf die Altstadt.

Das Hotel der Familie Geisel war jahrzehntelang gewohnter Anblick am Stachus – bis es Anfang 2019 abgerissen wurde*, um dem Neubau des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano zu weichen. Im August 2022 soll es mit dem Hotelbetrieb wieder losgehen.

Die Visualisierung links zeigt, wie der neue Königshof aussehen soll. Die geplante Eröffnung ist für den August 2022 angesetzt.

Der neue Königshof wird neun Stockwerke und 105 Zimmer haben. Zum Vergleich: Der alte hatte sechs Stockwerke und 85 Zimmer. Die exklusivste Bleibe: die Präsidentensuite mit 138 Quadratmetern. Bisher seien die Arbeiten gut im Zeitplan, sagt Florian Hassler. Er ist Bauherrenvertreter sowie Teil der Projektleitung und zeigt uns mit seinem Kollegen Heinz Lehmer die Baustelle.

München: Die größte Herausforderung bei Bau am Stachus ist der Platzmangel

Die größte Herausforderung? Der Platzmangel: direkt am Stachus gelegen, mitten in einem Dreieck verkehrsreicher Straßen. Hassler: „Wir müssen hier auf so viel achten: U-Bahn, S-Bahn, Auto- und Radverkehr, Fußgänger.“ Die Baustelle gleicht einem großen Tetris-Spiel – da muss die Tiefgarage schon mal als Lagerplatz herhalten. Auch Anlieferungszeiten müssen genauestens getaktet sein. „Jeder Quadratmeter muss genutzt werden“, sagt Hassler. Eine weitere Herausforderung sei die U-Bahn gewesen: Die fährt direkt unter der Tiefgarage. Als sie saniert wurde, mussten alle Erschütterungen präzise überwacht werden. „Das war Millimeterarbeit.“

Das neue Gebäude wächst in die Höhe.

Auch unterirdisch geht’s voran: In zwei Unter- und zwei Zwischengeschossen wird gewerkelt. Die Tiefgarage wird öffentlich zugänglich. In ein Untergeschoss kommen Läden, die auch von den Stachus-Passagen aus erreichbar sein werden.

Florian Hassler (li.) und Heinz Lehmer von der Projektleitung der Innenstadt-Baustelle.

Und wie kann man sich nun einen zukünftigen Hotelbesuch vorstellen? Vor allem mit einem freien Blick nach oben: Aus der Eingangshalle gelangt man in ein Atrium, das sich bis in den achten Stock (28 Meter Höhe) öffnet. Im dritten Stock ist der Empfangsschalter. Während der Gast auf seinen Check-in wartet, kann er dort an der Bar einen Kaffee trinken, die Aussicht genießen. Denn: Die Glasfassade bietet auch hier freien Blick über die Münchner Altstadt. Königliche Aussichten. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jens Hartmann

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