Reaktion auf das Pascha-Video

Frau nennt Münchner Polizisten feige - und bekommt vom Präsidium eine emotionale Antwort

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Da liegt der Rottweiler Pascha tot auf der Straße. Die Polizisten schossen auf den Hund, weil seine Besitzerin ihn nicht mehr beruhigt bekam. 

Am Samstag wurde der Rottweiler „Pascha“ von Polizisten in der Bayerstraße erschossen. Nun tauchte ein Video des Einsatzes auf. 

München - Auch fast eine Woche nach der Erschießung des aggressiven Rottweilers Pascha in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofes erregt der Vorfall die Gemüter. Am Dienstagabend tauchte ein Video im Netz auf, das die letzten Minuten im Leben des eineinhalbjährigen Hundes zeigt. Es wurde im Verlauf weniger Stunden bereits von Hunderttausenden angeschaut und insbesondere auf Facebook kontrovers diskutiert. 

Viele machen den Polizisten nun heftige Vorwürfe. Die Beamten hätten die Situation eskalieren lassen, den aufgebrachten Hund in die Enge getrieben, die Schüsse gar provoziert. Nicht wenige beleidigen die Polizisten auch. 

Rottweiler tot: Münchner Polizei reagiert auf Kritik an Paschas Erschießung

Nun reagierte das Social-Media-Team des Polizeipräsidiums München über Twitter auf solche Kritik. Der Anlass war ein Tweet, in dem den Polizisten vorgeworfen wurde, feige gehandelt zu haben und den Hund unnötig erschossen zu haben. Daraufhin antwortete die Polizei emotional: „Waren Sie vor Ort, haben Sie sich beißen lassen und mussten genäht werden? Trauen Sie sich zu anhand dieser kurzen Videosequenz so zu urteilen? Im Nachhinein im Netz über andere Personen herzuziehen, das ist feige.“

Drei Passanten wurden von Pascha angegriffen und verletzt. Im dem knapp dreiminütigen Video sind diese Angriffe nicht zu sehen, die Aufnahmen beginnen erst als der Rottweiler bereits von Polizisten umstellt ist. Zunächst wirkt es so, als könnte sein Frauchen die Situation wieder beruhigen, dann aber eskaliert alles erneut und Pascha beißt noch zwei Polizisten. Mehr zu dem, was in dem Video zu sehen ist, können Sie in diesem Artikel lesen.

Polizeisprecher: Darum wurde kein Pfefferspray eingesetzt

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte Polizei-Pressesprecher Werner Kraus, wieso kein Pfefferspray eingesetzt wurde: Der Hund sei zu aufgedreht gewesen, das Adrenalin-Level war hoch. "Dann ist die Chance, dass das Pfefferspray keine Wirkung zeigt, sehr groß", so Kraus. Es habe außerdem zu wenig Zeit gegeben, Fangschlingen oder Spezialisten zu organisieren. Der Hund sei umringt worden, um andere Passanten im stark frequentierten Bahnhofsviertel zu schützen.

Warum lief Rottweiler Pascha ohne Leine und Maulkorb herum?

Auch Paschas Frauchen Jenny M. verbreitete die Aufnahmen im Netz, allein auf ihrer Facebook-Seite erreichte der Clip schon mehr als eine halbe Million Aufrufe. Noch immer ist unklar, wieso ihr Hund überhaupt ohne Leine und Maulkorb in Bahnhofsnähe herumlief. Jenny M. sagte aus, sie habe den Hund mit Maulkorb und Leine zu dem Auto eines Freundes geführt, der an der Bayerstraße parkte. Die 26-Jährige habe den Hund dann abgeleint, um ihm Wasser zu geben, da sei er abgehauen und hätte die Passanten angefallen. Gegen die Berlinerin wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. 

Forderung nach Hundeführerschein

Noch bevor das Video im Netz viral ging, sprachen die Hundehalter Jenny M. und ihr Partner Sinan B. mit der tz. „Pascha hat vorher nie Probleme gemacht“, behauptete der 32-Jährige dabei.

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