Auktion gestartet

Ein eigenes Stück vom Königshof: Run auf Schnäppchen aus Nobel-Hotel

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Andrang vor dem Königshof: Zum Auftakt des Möbelbasars warteten Hunderte Münchner am Eingang.

Lange Schlangen gab es am Donnerstag vor dem Hotel Königshof am Stachus – obwohl es schon seit dem 1. Januar geschlossen hat. Möbel und weiteres Interieur aus dem Nobel-Hotel finden reißenden Absatz.

Zum Start des Möbel-Basars strömten Hunderte Münchner in die Lobby, um ein letztes Stück des legendären Hotels in die eigenen vier Wände mitzunehmen.

Marcus Heinzelmann (36), Boutiquebesitzer: „Eigentlich wollte ich nur eine Kommode kaufen. Jetzt habe ich aber die großen Spiegel entdeckt und habe gleich zwei für insgesamt 410 Euro gekauft. Da musste ich zuschlagen.“

Tausende Objekte aus 85 Zimmern, dem Restaurant und der Bar werden dort noch bis Samstag verkauft, darunter allein 200 Stühle, 100 Betten und 800 Wandleuchter. Einzig das Tafelsilber, Gläser und Geschirr standen nicht zum Verkauf, da sie auch im neuen Königshof, der an gleicher Stelle im Sommer 2021 fertiggestellt sein soll, zum Einsatz kommen werden.

Jeanette Fischer (55), Krankenschwester: „Ich liebe alte Möbel und mixe sie in meiner Altbauwohnung gerne mit modernen Stücken. Diesen Schreibtisch habe ich für 600 Euro ergattert. So etwas bekommt man im Geschäft einfach nicht.“

Mit etwas Glück kann man echte Schnäppchen ergattern, zum Beispiel riesige Spiegel oder schmucke Leuchter für weniger als 100 Euro oder edle Tropfen aus dem Weinkeller für teilweise nur fünf Euro pro Flasche. Die Renner am ersten Verkaufstag waren Sekretäre, Tische und Lampen.

Lesen Sie auch: Luxushotel in München wird abgerissen - auch Läden am Stachus sind betroffen 

Der Andrang war zwischenzeitlich so groß, dass es zu Schiebereien und lautstarken Auseinandersetzungen vor dem Haupteingang kam, da die Hotelangestellten aus Sicherheitsgründen immer nur kleine Gruppen einließen.

Elisabeth Igl-Burger (72), Rentnerin: „Ich habe um das Jahr 1960 rum für drei Jahre meine Lehre bei Friseur Meier gemacht, der sich damals noch hier im Königshof befand. Das war eine schöne Zeit damals, die mich geprägt hat. Deshalb habe ich heute vorbeigeschaut, um mir ein Andenken zu sichern. Es ist ein Bild mit einer Rose für 40 Euro geworden. Das kommt in mein Schlafzimmer.“

Das Hotel Königshof, das sich seit 80 Jahren im Besitz der Familie Geisel befindet, wird im Februar abgerissen. Anstelle des sechsstöckigen Gebäudes entsteht ein hochmodernes, zehnstöckiges Hotel mit neuer Einrichtung und extravaganter Architektur. Der Möbel- und Weinbasar findet noch heute und am Samstag jeweils von 11 bis 20 Uhr statt. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Ludwigsvorstadt – mein Viertel“. 

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