„Rüde Methoden“

Kampf den Spekulanten: Hotel-Projekt an der Schillerstraße sorgt weiter für Ärger

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In zwei aneinandergrenzenden Häuser in der Schillerstraße 3 und 3a (linke Straßenseite) soll ein Motel One mit 280 Betten gebaut werden.

Der Hotel-Boom in München hält an. Im Viertel rund um den Hauptbahnhof ist ein neues Hotel-Projekt geplant. Wohnraum wird vernichtet. Nun meldet sich Protest und Kritik am Investor.

München - Wegen des geplanten Hotels an der Schillerstraße 3 und 3a meldet sich nun auch die SPD-Stadtratsfraktion zu Wort. „Die angestammten Mieter werden mit teilweise rüden Methoden aus ihren Wohnungen gedrängt, einige sind bereits ausgezogen“, schimpft Fraktions-Vize Christian Müller. Die Genossen fordern nun in einem Antrag die Stadt zum Handeln auf.

Münchner Bahnhofsviertel: 560 Betten statt Wohnraum

Vor rund einem Jahr hatte der Investor Concrete Capital die Gebäude übernommen. Es soll im Auftrag der Kette Motel One ein neues Hotel entstehen. 280 Zimmer, 560 Betten. Das schmeckt nicht nur den angestammten Hoteliers im südlichen Bahnhofsviertel nicht (siehe unten). Auch der örtliche Bezirksausschuss ist sauer, denn rund 35 Mietparteien sollen ihre Apartments räumen. BA-Chef Alexander Miklosy (Rosa Liste) sagte: „Wir wollen uns hier auf die Hinterbeine stellen.“ Das Viertelgremium kritisiert nicht nur die Vernichtung des Wohnraums, die Politiker befürchten zudem ein Verkehrschaos. Während der Bauphase drohten Lastwagen die Schillerstraße zu verstopfen, nach der Fertigstellung könnten Reisebusse zum Problem werden.

Christian Müller (SPD).

Aus Sicht der SPD im Münchner Rathaus ist die Beteiligung der Concrete Capital an dem Projekt kritisch zu sehen. Das Unternehmen zeichnet zwar auch verantwortlich für den Bau neuer, zum Teil geförderter Mietwohnungen, etwa in Neuperlach. Doch Geschäftsführer Hubert Haupt war in der Vergangenheit immer mal wieder in den Schlagzeilen: 2012 hatte er etwa versucht, Mieter aus einem von ihm gekauften Haus an der Blütenstraße 8 zu vertreiben. Zum Schluss gab es eine Einigung, die Mieter durften bleiben.

Ob das an der Schillerstraße auch möglich ist? Der Stadtrat hatte 2006 beschlossen, das Wohnen im südlichen Bahnhofsviertel zu stärken. Das Referat hat dazu ein Konzept entwickelt. Müller: „Nun gilt es aber auch, die Inhalte zu realisieren. Wir müssen den Spekulanten entschieden entgegentreten.“ 

Kritik des Hotel- und Gaststättenverbands

Langsam reicht es mit der Bettenflut – das sagt zumindest der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Conrad Mayer. Der hatte unlängst gewarnt, dass es schon jetzt „zu viele Hotelbetten in München gibt“. Die Nachfrage sei längst bedient. Die Gefahr bestünde, dass die Preise immer extremer würden und es schließlich keine kleinen, inhabergeführten Hotels mehr gebe. „Es muss mal jemand aufwachen“, sagt Mayer. Das neue Hotel im Bahnhofsviertel sei auch daher unnötig, da das Areal ohnehin schon die höchste Hotelbettendichte in ganz Europa aufweise. „Wenn die Projekte so umgesetzt werden, werden etablierte Häuser schließen müssen.“

Sie sorgen sich um das Bahnhofsviertel: die angestammten Hoteliers (v.l.) Sebastian Sebald, Imke Heidenstecker, Conrad Mayer und Sonja Lutz.

Lesen Sie auch: München bekommt neues Hotel der Superklasse: Das „Rosewood“ Hotel wird fünf Sterne deluxe oder Nobel-Suiten in München: Ein Whirlpool mit Fernseher

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Sascha Karowski

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