Auch Olympiastadion im Gespräch

Flüchtlinge könnten bald im Wiesn-Zelt schlafen

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Die Stadt prüft, ob Flüchtlinge in die Wiesn-Zelte können – die Bayernkaserne ist voll.

München - OB Dieter Reiter lässt nach tz-Informationen seinen Krisenstab derzeit prüfen, ob Flüchtlinge in die teilweise noch stehenden Zelte auf der Theresienwiese einquartiert werden können! Auch Olympiapark und -Stadion sind im Gespräch.

Update:

Wegen der Hygiene: Flüchtlinge doch nicht ins Wiesn-Zelt

Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit! Noch scheinen die Gesänge in den Wiesn-Zelten nachzuhallen, eineinhalb Wochen ist das Oktoberfest erst vorbei. Der Abbau auf der Theresienwiese läuft. Doch womöglich zieht schon bald neues Leben in eine oder gar mehrere Festhallen ein: OB Dieter Reiter (SPD) lässt nach tz-Infos derzeit prüfen, ob Flüchtlinge in die Zelte einquartiert werden können! Die Not im Freistaat ist so groß, dass mittlerweile gar keine Unterkünfte mehr ausgeschlossen werden. Deshalb sind weitere Standorte im Gespräch: im Olympiapark und im Olympiastadion.

Ungebremster Asylansturm: Not-Lager bleibt offen

In den Wiesnzelten gibt es Toiletten, es gibt Wasser, es gibt Strom – zumindest funktionierte alles noch bis vor ein paar Tagen. Und es gibt ein Dach über dem Kopf, wenn auch kein festes. „Ein beheiztes Zelt ist immer noch besser als im Freien zu schlafen“, sagt der OB der tz. Reiter war schwer geschockt, als er am Freitag die Zustände in der Bayernkaserne erleben musste – Menschen schlafen ohne Decken auf dem Boden im Freien! „Das kann und werde ich in meiner Stadt nicht akzeptieren“, wetterte er gegen den verantwortlichen Freistaat und richtete einen eigenen Krisenstab unter der Leitung der dritten Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD).

Flüchtlingslager neben Tollwood-Festival?

Blick auf das Schützenzelt (vorne) und das Paulaner-Zelt (dahinter).

Hinter den Kulissen gilt das Schützen-Festzelt unterhalb der Bavaria als große Hoffnung. Es könnte nach einem Beschluss des Stadtrats aus Sicherheitsgründen ohnehin für das nächste Jahr neu gebaut werden, weil es wohl leicht versetzt wird und bis zu 1500 Plätzen mehr bekommt. Da es ganz am Rand der Theresienwiese liegt, könnten Winter-Tollwood und sogar das Rewe-Family drumherum stattfinden. So weit reichen die Gedanken im Stab bereits!

Allerdings ist man auch skeptisch: Offenbar lassen sich die Mega-Zelte im Winter auch mit Beheizung kaum über 17 Grad bringen – unzumutbar. Als Alternative erwägt man aber auch Hallen, die nach dem Abbau der Festhallen dort errichtet werden könnten.

Flüchtlinge im Olympiastadion

Im Stadion wiederum könne man Flüchtlinge in den drei Stockwerken unter der Haupttribüne unterbringen, berichtet Strobl der tz. Darunter befindet sich auch der VIP-Bereich, wobei die Bürgermeisterin die Bezeichnung im baufälligen Olympiastadion für „ein bisserl übertrieben“ hält. Vorteil: Sanitäre Einrichtungen sind vorhanden. Nachteil: Die Räume haben kein Tageslicht. „Mir wäre das aber lieber als ein Zelt“, sagt Strobl. Im Olympiapark könnte die Stadt auf dem Tollwood-Gelände im Süden Container aufstellen. Der Platz würde leicht für 400 Flüchtlinge reichen, schätzt Strobl. Wie auch immer, die Zeit drängt. Der Krisenstab tagt bereits heute um 14 Uhr wieder …

dac

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