Hauseigentümer wollen Räumung erzwingen

Showdown im Kino-Krimi: Kann ein Gutachter das Filmtheater am Sendlinger Tor retten?

Darf Münchens ältestes Kino bleiben? Oder müssen die Betreiber Fritz und Christoph Preßmar das Filmtheater am Sendlinger Tor bald räumen?

München - Darf das Filmtheater am Sendlinger Tor bleiben? Darum streiten die Eigentümer des Gebäudes mit den Preßmars vor Gericht. Es geht vor allem um viel Geld. Schon vor Monaten hatten die beiden Betreiber, die das beliebte Kino in zweiter und dritter Generation führen, einen Deal angeboten: Jetzt soll ein Gutachter Licht ins Dunkel bringen.

Schon vor Monaten hatten die beiden Betreiber, die das beliebte Kino in zweiter und dritter Generation führen, einen Deal angeboten: Sie waren bereit, 100 000 Euro Mindestpacht pro Jahr an die Hauseigentümer zu zahlen – doch die reagierten nicht und reichten lieber Klage ein. Am Landgericht wollen sie die Räumung des Kinos erzwingen.

München: Der Richter sorgt im Streit um Kino für eine Überraschung

Am Freitag kam es zum Showdown vor Gericht. Mit 60 zu 40 schätzte Fritz Preßmar (76) die Chancen ein, dass das Filmtheater weitermachen darf und die Klage abgewiesen wird. Doch Richter Marco Ottaviano sorgte dann für eine Überraschung: Statt des erwarteten Urteils verkündete er am Freitagmittag einen Beweisbeschluss – und ordnete an, dass ein Sachverständigen-Gutachten eingeholt werden soll.

Vater Fritz und Sohn Christoph Preßmar führen das Kino in zweiter und dritter Gene­ration.

Der Experte soll sich die Situation vor Ort im Kino genau ansehen. Denn dieses steht sowohl unter Bestands- als auch unter Denkmalschutz. Innen kann laut Gesetz nichts umgebaut werden. Ein neues Café oder Ladengeschäft darf statt des Kinos nicht entstehen – eine Räumung macht daher wenig Sinn. Darauf hatten die Betreiber Fritz und Christoph Preßmar hingewiesen. Sie wollen unbedingt bleiben und glauben, das Kino erfolgreich weiterführen zu können.

Erst wenn das Gutachten vorliegt, wird laut Gericht ein neuer Termin zur mündlichen Verhandlung bestimmt. Doch das dauert Monate! Ein Urteil vor Herbst ist unwahrscheinlich. „Das sind gute Nachrichten, wir hoffen weiter“, sagen die Preßmars.

Andreas Thieme

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