Tabu soll rund um die Uhr gelten

Stadt will Nägel mit Köpfen machen: Kommt jetzt komplettes Alkoholverbot für den Hauptbahnhof?

+
Bald tabu am Hauptbahnhof: ein Mann mit Bierflasche.

Jetzt will die Stadt Nägel mit Köpfen machen: Der Konsum von Alkohol am und in unmittelbarer Umgebung des Hauptbahnhofs soll künftig rund um die Uhr tabu sein.

Dieser Beschluss ist am morgigen Dienstag im Stadtrat geplant. Die Rathaus-Regierung aus CSU und SPD war sich zunächst noch uneins über die praktische Umsetzung des ganztägigen Alkoholverbots. Nun wurde ein Kompromiss gefunden.

Demnach wird die SPD-Fraktion einen Änderungsantrag zur Beschlussvorlage der Stadtverwaltung einbringen, der ein zusätzliches sozialpolitisches Angebot für Alkoholabhängige vorsieht. „Das wollen wir im nächsten halben Jahr verwirklicht sehen“, erklärt der sozialpolitische Sprecher Christian Vorländer. „Zur Not interimsmäßig in einem Bus, wenn wir keine festen Räume bekommen.“ Ansonsten bestehe die Gefahr eines Verdrängungseffekts. Prinzipiell halte aber auch die SPD ein 24-stündiges Alkoholverbot am Hauptbahnhof für sinnvoll. In Kraft treten soll die zeitliche Ausdehnung zum 1. August 2019.

Bisher gilt Verbot nur von 22 bis 6 Uhr 

Derzeit gilt das Alkoholverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Die Regelung wurde im Januar 2017 eingeführt und hat sich nach Auskunft der Sicherheitsbehörden bewährt. Polizeipräsident Hubertus Andrä höchstpersönlich hat sich bei seiner Jahresbesprechung mit OB Dieter Reiter (SPD) für ein 24-Stunden-Verbot ausgesprochen. Der exzessive Alkoholkonsum führt laut Polizei gerade in der Umgebung des Hauptbahnhofs immer wieder zu Konflikten und Straftaten. Seit Jahren hat sich hier eine Trinkerszene etabliert. Pöbeleien und Saufgelage waren an der Tagesordnung. Mit Einführung des nächtlichen Alkoholverbots sei die Kriminalität zurückgegangen, auch bei schweren Delikten, heißt es von der Polizei. In Zahlen ausgedrückt kam es im Jahr 2016 zu 263 Delikten, die unter Alkoholeinfluss begangen wurden, im Jahr 2017 zu 203. Dieser rückläufige Trend habe sich im ersten Halbjahr 2018 fortgesetzt. Trotzdem gibt es nach Auskunft des Kreisverwaltungsreferats (KVR) nach wie vor viele Beschwerden von Bürgern und Gewerbetreibenden. Denn: Tagsüber sind die unter Alkoholeinfluss begangenen Delikte sogar angestiegen.

Lesen Sie auch: Fußballfans prügelten am Pasinger Bahnhof auf Ausländer ein - Polizei findet Verdächtige

Um noch bessere Effekte zu erzielen, hat das KVR daher ein 24-Stunden-Verbot vorgeschlagen. Mit der zeitlichen Ausdehnung hätten die Sicherheitsbehörden eine bessere Handhabe, um rund um die Uhr gegen Störer vorzugehen und Platzverweise erteilen zu können. Bei drei Verstößen spricht das KVR ein Aufenthaltsverbot für sechs Monate aus. Schon jetzt gilt ein zwölfmonatiges Aufenthaltsverbot für Drogenhändler und Gewalttäter.

Das Verbot gilt räumlich gesehen im näheren Umgriff des Hauptbahnhofs bis zur Paul-Heyse-Unterführung und über den Bahnhofplatz hinweg im Dreieck zwischen Prielmayer-, Luitpold- und Schützenstraße.

Das könnte Sie auch interessieren:  

17-Jährige wirft Stuhl auf Frau - als Beamte sie überprüfen, steht sie vor großen Problemen

Weil er laut Musik hörte: Mann bemerkt Trambahn nicht und wird erfasst

Weil er sein Bier nicht am Hauptbahnhof trinken darf: Mann lässt Zorn an Unbeteiligten aus

Auch interessant

Meistgelesen

96-jähriger Münchner muss aus Wohnung ausziehen - Unternehmen erklärt heftig umstrittene Pläne
96-jähriger Münchner muss aus Wohnung ausziehen - Unternehmen erklärt heftig umstrittene Pläne
Männer gehen aufeinander los - als Polizei eingreift, wird es auch für die Beamten gefährlich
Männer gehen aufeinander los - als Polizei eingreift, wird es auch für die Beamten gefährlich
Drastische Wendung beim Millionen-Raub am Promenadeplatz in München
Drastische Wendung beim Millionen-Raub am Promenadeplatz in München
Die Parkplatz-Panik – Neue Riesen-Radwege sorgen für Ärger im Stadtrat
Die Parkplatz-Panik – Neue Riesen-Radwege sorgen für Ärger im Stadtrat

Kommentare