Viele Passanten wundern sich

Unzählige Schwimmwesten am Beethovenplatz: Das steckt dahinter

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Das Foto schickte uns unser WhatsApp-User Mike.

Der Anblick sorgt bei vielen Passanten für Verwunderung: Am Beethovenplatz in der Nähe des Goetheplatzes sind unzählige Schwimmwesten abgelegt. Wir klären auf.

Sie sind nicht zu übersehen: Viele Dutzend Schwimmwesten sind derzeit am Beethovenplatz (nahe Goetheplatz) deponiert. Nicht auf der Straße, aber rundherum, unter Bäumen, auf den Grünstreifen, an den Bürgersteigen. Bei jedem Passanten dürften sie für Verwunderung sorgen. Auch Mike, ein Nutzer unseres WhatsApp-Services, hat uns darauf angesprochen.

Die Aktion trägt - wie auf einem zusätzlichen Straßenschild zu lesen ist - den Titel „Platz der Leitkultur“. Die Schwimmwesten wurden zur Langen Nacht der Münchner Museen am Samstag aufgetürmt. Die Aktion stammt vom Münchner Künstler Christian Schnurer und dem Projekt Salva Vida, das nach eigenen Angaben 2016 einen Hilfskonvoi für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos organisiert hatte. 

Ein weiteres Foto der Aktion.

Ein Statement auf der Webseite klärt auch darüber auf, dass die Schwimmwesten von Lesbos stammen: „An den Stränden der Insel lagern mittlerweile 500.000 Schwimmwesten und 5000 kaputte Schlauchboote als Sondermüll auf Halde. (...) Die Rücktransportkapazität wird genutzt, um einen kleinen Beitrag zur Säuberung der Insel zu leisten. Wir recyceln die Schwimmwesten zu Kunstinstallationen im Öffentlichen Raum, um das Ausmaß der persönlichen Dramen sichtbar zu machen.“ Immer wieder ertrinken Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer.

Wegen einer Sperrung kommen derzeit auch noch besonders viele Menschen an der Installation am Beethovenplatz vorbei: Das Baureferat führt im Zuge der Herstellung von Radfahrstreifen zwischen Lindwurmstraße und dem Kreuzungsbereich Beethovenstraße / Rückertstraße am nördlichen Kaiser-Ludwig-Platz eine Fahrbahnsanierung durch. Seit Freitag ist die Herzog-Heinrich-Straße ab der Lindwurmstraße in Richtung Norden gesperrt. 

Der Verkehr wird bereits ab dem Kapuzinerplatz über die Häberlstraße, Goethestraße und Lessingstraße zur Paul-Heyse-Straße umgeleitet. In der Gegenrichtung ist ab dem Baustellenbeginn, nördlich des Kaiser-Ludwig-Platzes, eine Einbahnregelung in südlicher Richtung, zur Lindwurmstraße, eingerichtet. Die einmündenden Seitenstraßen werden entsprechend dem Baufortschritt zeitweise abgehängt.

Die Sperrung dauert noch bis Ende Oktober. Die Schwimmwesten sollen bis Montag dort liegen.

lin

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