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Corona-Testzentrum: Ärzte warten weiter auf ihr Gehalt – Beteiligte sprechen von „Schlag ins Gesicht“

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Von: Klaus Vick

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Autos warten am Testzentrum auf der Theresienwiese. (Archivfoto)
Hier arbeiteten die Ärzte, die nun Geld fordern: das Testzentrum auf der Theresienwiese. (Archivfoto) © Marcus Schlaf

Ärzte der KVB, die für das Corona-Testzentrum an der Theresienwiese gearbeitet haben, verlangen jetzt nachträglich ihr Gehalt. Doch die Stadt will nicht zahlen.

München - Zwischen der Stadt und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) gibt es einen Streit um die Vergütung von Ärzten. Hintergrund ist der Einsatz im Corona-Testzentrum auf der Theresienwiese. 41 Ärzte haben Forderungen in Höhe von 216.450 Euro an die Stadt gestellt. Die Verwaltung ist allerdings der Auffassung, dass diese Rechnungen von der KVB beglichen werden müssen. Dies geht aus einer Antwort von Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) auf eine Anfrage des stellvertretenden CSU-Fraktionschefs im Stadtrat, Hans Theiss, hervor.

Während der Corona-Krise wurden im kommunalen Testzentrum immer wieder Vertragsärzte der KVB eingesetzt. Laut Zurek besteht nun ein Dissens über die Abrechnung der Honorare für April und Mai 2022. Bis dahin sei die Vergütung direkt zwischen den Ärzten und der KVB erfolgt – auf Grundlage einer Vereinbarung mit dem Freistaat. Dem Gesundheitsreferat zufolge wurde für die Tätigkeit im Testzentrum ein Stundenlohn in Höhe von 130 Euro und 160 Euro am Wochenende gewährt. Die Testverordnung des Freistaats sei aber zum 1. April 2022 außer Kraft getreten, schreibt Zurek.

Corona-Testzentrum auf der Theresienwiese: Stadt will Ärzte-Honorare nicht zahlen

Trotzdem seien bis Mitte Mai 2022 weiterhin täglich Vertragsärzte im Testzentrum tätig gewesen, um Abstriche durchzuführen. Die Vermittlung und Einsatzplanung habe die KVB vorgenommen. Die insgesamt 1543 Einsatzstunden während dieses Zeitraums seien der Stadt in Rechnung gestellt worden, weil die betroffenen Ärzte und Ärztinnen aufgrund einer Information der KVB davon ausgingen, dass die Stadt zur Vergütung verpflichtet sei.

Das Gesundheitsreferat lehnt die Kostenübernahme – 216.450 Euro – jedoch ab. Zuständig sei aufgrund der Rechtslage eindeutig die Kassenärztliche Vereinigung. Zurek: „Ich hoffe, dass die Ärzte in direktem Kontakt mit der KVB zu einer befriedigenden Lösung kommen.“ Die KVB teilte unserer Zeitung auf Anfrage mit, man sei „weiterhin an einer Klärung hinsichtlich der Kostentragung interessiert“. Theiss hatte in seiner Anfrage beklagt, der Streit um die Bezahlung werde auf dem Rücken der Ärzte ausgetragen. Dies sei unwürdig und werde von den Beteiligten wie ein Schlag ins Gesicht empfunden. (kv)

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