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Studentenwohnungen in München: Anzeige lässt Autor schlucken - für ihn sind „alle Grenzen durchbrochen“

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Von: Lukas Schierlinger

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Autor und Anzeige
Der Wohnungsmarkt in München treibt Autor Hasnain Kazim um. © Imago/Sven Thielmann/Twitter

Ein Kaufangebot für „Studentenwohnungen“ in München lässt Autor Hasnain Kazim grundsätzlich werden. Er wünscht sich eine Reaktion der Politik.

München - „Innerstädtische Lage zwischen Theresienhöhe und Hauptbahnhof, Vermieterservice, komplett möbliert“: Klingt prinzipiell nach einem attraktiven Wohnungsangebot für Studenten, die das Leben in der Landeshauptstadt genießen wollen. So dachte auch Autor Hasnain Kazim, der auf die entsprechende Anzeige der Raiffeisenbank München-Süd gestoßen ist. Der Haken an der Sache: Für die Einheiten wird ein zweifelsfrei stattlicher Kaufpreis aufgerufen.

„Studentenwohnungen in zentraler Lage Münchens“: Anzeige lässt Autor sinnieren

17 Quadratmeter Wohnfläche sind laut Anzeige für 292.500 Euro zu erstehen, für 35 Quadratmeter werden schon knapp 800.000 Euro fällig. Kein Student müsse im Herzen Münchens wohnen, schränkt der Autor mehrerer Bücher in einem Twitter-Beitrag ein, „aber diese Preise sind unabhängig davon irrsinnig“.

In seinem Posting hat sich Kazim den „Sachwerten in europäischer Metropole“ ausführlicher gewidmet. Und der langjährige Spiegel-Korrespondent wird in seiner Betrachtung grundsätzlich. Er sei zwar für die Regeln von Angebot und Nachfrage, streicht aber heraus, dass für ihn in vorliegendem Fall „alle Grenzen durchbrochen“ seien. Kazim fordert: „Hier ist staatliches Eingreifen, politisches Handeln dringend nötig.“

Auf Twitter diskutieren die User eifrig - und durchaus kontrovers. „Ich weiß nur nicht, wie so eine Regulierung aussehen soll, die das Problem am Ende nicht verschlimmert“, sinniert eine Mitleserin.

Twitter-User wegen Wohnsituation in München fatalistisch: „Irgendwann leben wir alle in Wohnmobilen“

Entsprechende Preise würden auch den aufkommenden Hype um Tiny Houses erklären, kommentiert ein anderer, der wenig optimistisch in die Zukunft geht: „Irgendwann leben wir alle in Wohnmobilen und parken damit schwarz, wenn wir schlafen müssen.“

Vielleicht sorgt ein Vorstoß der Stadt München für einen Silberstreif am Horizont? Sie hat nun ein groß angelegtes Förderprogramm mit einem Volumen von 60 Millionen Euro für die kommenden sechs Jahre gestartet. Seit 1. März können Genossenschaften und Bauträger, die überwiegend geförderte und preisgedämpfte Mietwohnungen planen, Zuschüsse erhalten. Voraussetzung: Sie müssen mindestens 50 Kilogramm Holz pro Quadratmeter Wohnfläche verbauen.

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