Nach Drama am Rande der Wiesn

Schon wieder zwei Taxi-Unfälle!

München - Nur einen Tag nach dem tödlichen Taxiunfall auf der Bayerstraße sind in der Nacht zum Freitag erneut zwei Wiesn-Gäste von Taxis angefahren und schwer verletzt worden. In einem Fall floh der Taxler.

Mittlerweile steht die Identität des jungen Mannes fest, der am Mittwoch um 23 Uhr auf der Bayerstraße von einem Taxi erfasst, zehn Meter mitgeschleift und dabei tödlich verletzt wurde. Es handelt sich um den Australier Justin B. (26), der einen mehrwöchigen Europatrip unternahm und auch das Münchner Oktoberfest erleben wollte. Das australische Generalkonsulat hat nun die traurige Pflicht, die Angehörigen über seinen Tod zu informieren. Am Mittwoch folgte Justin B. im nicht mehr ganz nüchternen Zustand dem Menschenstrom Richtung Hackerbrücke, übersah dabei das Rotlicht und wurde von dem eilig drängelnden Mercedes des Taxifahrers (24) erfasst. Der 24-Jährige fuhr einfach weiter, setzte seine drei Fahrgäste an der Hackerbrücke ab. Nach zehn Minuten besann er sich aber und kam zurück.

Eilig hatte es auch ein Taxifahrer (50), der am Freitag kurz nach Mitternacht auf der Lindwurmstraße einen Betrunkenen (1,6 Promille) aus dem Kreis Rottal-Inn erfasste. Der Fußgänger hatte bei Rot die Straße überquert. Trotz Vollbremsung wurde er erfasst und schwer verletzt.

Nur 45 Minuten später stolperte ein betrunkener Wiesn-Gast (27) aus London auf der Theresienhöhe gegen ein gerade bremsendes Taxi. Dabei wurde er zurückgeschleudert – direkt gegen den gerade vorbeifahrenden Audi A4 eines Gastronomen. Er erlitt Kopfverletzungen und brach sich die Schulter. Der Taxifahrer müsste den Unfall eigentlich mitbekommen haben. Dennoch fuhr er weiter, ohne sich um den Unfall zu kümmern. Er wird nun wegen Unfallflucht gesucht. Nach dem nunmehr dritten Taxi-Unfall innerhalb von 26 Stunden warnte die Polizei die Taxifahrer.

Berufskraftfahrer wüssten ganz genau, dass man rings ums Oktoberfest jederzeit mit dem Fehlverhalten (betrunkener) Fußgänger rechnen muss. Darum „gewinnt die Frage nach einer angemessenen, vorsichtigen Fahrweise bei der Bewertung der (Mit-)Schuld und Haftungsfrage eine besondere Bedeutung“.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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