Stadtrat entscheidet am Donnerstag

Neue Hindernisse für das Forum Humor: Verein soll sich für Viehhofbank bewerben

Wann kommt das Haus des Humors in Sicht? Die Unterstützer (v. li.) Eckart von Hirschhausen, Reinhard Wittmann, Peter Gaymann, Meisi Grill und Gerhard Polt steuern in eine ungewisse Zukunft.
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Wann kommt das Haus des Humors in Sicht? Die Unterstützer (v. li.) Eckart von Hirschhausen, Reinhard Wittmann, Peter Gaymann, Meisi Grill und Gerhard Polt steuern in eine ungewisse Zukunft.

Die künftige Nutzung der Viehhofbank soll ausgeschrieben werden. Damit muss sich das Forum Humor um den Zuschlag bewerben, andere Möglichkeiten, zum Beispiel die Direktvergabe, schließt die Verwaltung aus rechtlichen Gründen aus. Der Stadtrat entscheidet am kommenden Donnerstag.

Frei nach Karl Valentin hat jedes Ding drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische. Das Haus des Humors scheint nun alle Stadien durchlaufen zu haben. Nach erstem Widerspruch aus dem Rathaus und der dann erfolgten zwischenzeitlichen Zustimmung für die Investorenlösung des Fördervereins Forum Humor wird es nun komisch. Denn obwohl es das politische Bekenntnis gibt, dem Forum Humor ein Museum in der ehemaligen Viehhofbank zu ermöglichen und dafür wiederum ein fertiges Konzept existiert, soll das Gebäude für eine kulturelle und kreativwirtschaftliche Nutzung ausgeschrieben werden. Der Stadtrat entscheidet am Donnerstag über den Vorschlag der Verwaltung.

Schon 2019 hatte der Förderverein Forum Humor ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Demnach sollte das leer stehende Gebäude an der Zenettistraße als Haus des Humors, als Ausstellungs- und Veranstaltungshaus, als Akademie und kreatives Zentrum sowie als kommunikativer Mittelpunkt von Künstlern und Publikum dienen. Doch SPD und Grüne lehnten das Projekt aus Kostengründen ab.

Die Initiatoren schlugen daraufhin vor, die Sanierung der Viehhofbank einem privaten Investor zu überantworten. Der schien mit der schwäbischen Firma Reisch gefunden, die das neue Volkstheater baut. Mit der Investorenlösung würde der städtische Haushalt nicht zu sehr belastet werden. Die Stadt könnte das Gebäude via Erbpacht an die Firma Reisch übergeben. Allerdings funktioniert das wohl nicht.

Laut Verwaltung wäre eine Direktvergabe nur möglich, wenn das Forum Humor ein begründetes Alleinstellungsmerkmal vorweisen könnte. Also: Warum der Förderverein sich gegenüber anderen möglichen Interessenten besonders auszeichnet. Das müssten laut Verwaltung sachliche Gründe dafür sein, warum die Nutzung der Viehhofbank allein und ausschließlich durch das Forum Humor erfolgen kann. Diese sachlichen Gründe gebe es nicht, demnach müsse zwingend ausgeschrieben werden.

SPD-Chefin Anne Hübner sagte, die Ausschreibung werde so gestaltet, dass das Forum Humor gute Chancen hat. „Es ist kein Abrücken von unserer Position, der Zeitplan ist sehr straff, spätestens Anfang 2022 soll die Ausschreibung erfolgen.“ CSU-Stadträtin Beatrix Burkhardt sagte unserer Zeitung. „Wenn es rechtlich nicht anders geht, dann muss der Gebäudekomplex um die Viehhofbank ausgeschrieben werden. Mir ist es aber wichtig, dass der hohe kulturelle Anspruch und eine künstlerische Zielrichtung dabei als Kriterium gefordert werden.“ Auch die Grünen hatten sich zwischenzeitlich zu dem Projekt bekannt. „Wenn die Verwaltung sagt, dass nur dieses Prozedere möglich ist, dann ist es nun mal so. Es wäre schön, wenn das Projekt vorangeht, das neue Volkstheater ist ja auch bald fertig.“

Reinhard Wittmann vom Förderverein ist nicht wirklich zufrieden. Ein Alleinstellungsmerkmal hat das Forum Humor seiner Meinung nach bereits dadurch erreicht, dass es die riesige Machbarkeitsstudie hatte erstellen lassen und bereits einen Investor und auch einen Architekten habe, die auch für das nahe Volkstheater verantwortlich zeichnen. „Es ist alles zusammen gedacht, wenn das kein Alleinstellungsmerkmal ist, weiß ich es auch nicht.“ Ohne Direktvergabe würde das ganze Projekt nochmals ein oder zwei Jahre länger dauern. „Wenn man gewollt hätte, dann wäre es auch anders gegangen“, sagt Wittmann. Karl Valentin würde sagen: „Mögen hätt’ ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.“

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