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Wir stellen vor

Drei neue Läden im Glockenbach: „Wir haben Ideen, dass es raucht“

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Diese vier packen’s an: Am Montag starten (v. l.) Hajo Bahner, Tunçay Acar, Florian Schönhofer und Louis Grünwald ihr Kulturprojekt „404“.

Münchens Nachtschwärmer sind sich einig: Das beste Viertel zum Ausgehen ist das Glockenbach. Hier wird ständig Neues eröffnet – wie jetzt diese drei Läden.

Das Aus kam überraschend: Im Sommer verkündete das Gastronomen-Ehepaar Anke und Martin Kolonko, dass sie nach mehr als 25 Jahren ihr „Café Forum“ schließen. Das einst erfolgreiche Rund-um-die-Uhr-Konzept aus Café, Restaurant und Bar hatte sich überlebt im hippen Gärtnerplatzviertel. Nun steht fest, was nachfolgt: Nicht einfach nur ein neues Lokal, sondern eine Plattform für kulturellen Austausch.

Florian Schönhofer (43), der das charmant-schäbige „Café Kosmos“ im Bahnhofsviertel betreibt, will zusammen mit drei Kompagnons – dem Kulturschaffenden Tunçay Acar (48, ehemals „Import-Export“), Stadtplaner Hajo Bahner (59) und Musiker Louis Grünwald (28) – ein außergewöhnliches Kulturprojekt mit Bewirtung starten. Los geht es schon am Montagabend, aber ohne großes Aufhebens.

Der neue Laden wird den Namen „404“ tragen – wie ein Standard-Fehlercode beim Computer. Um Netzkultur soll sich hier vieles drehen. Ebenso um Freifunk und urbanen Raum. Die Idee: „Wir wollen Zukunftsthemen leichter zugänglich machen“, erklärt Schönhofer. Die Räume des ehemaligen „Forum“ sollen als Plattform dienen – für Künstler, Soziologen, Stadtplaner und alle, die sich sonst noch mit Zukunftsfragen beschäftigen und sich berufen fühlen, ihre Gedanken der Öffentlichkeit mitzuteilen. Doch die Akteure sollen nicht wahllos auf die Bühne kommen. „Das Programm soll kuratiert und fokussiert sein“, sagt Schönhofer. Noch stehen nicht viele Veranstaltungen fest, das Programm solle sich ohne Druck fügen und entwickeln, sagt Schönhofer. Und er verspricht: „Ideen haben wir, dass es raucht!“

Das Besondere: Der Eintritt soll grundsätzlich frei sein, die Initiatoren setzen auf Solidarität: „Wer kann, zahlt etwas mehr, der andere dafür etwas weniger.“ Ein Gutverdiener etwa könne für das erste Bier ein paar Euro mehr springen lassen, damit der Student sein knappes Geld sparen kann.

Schönhofer kündigt „vernünftige Preise“ wie im Café Kosmos an. Ein Bier etwa soll 2,60 Euro kosten. Unterstützt wird das Projekt von der Paulaner-Brauerei, die die Männer ein Jahr lang gewähren lässt. Entsprechend provisorisch soll auch die Einrichtung des Interims-Cafés aussehen. Ein paar Vintage-Möbel, ein bisschen frische Wandfarbe, eine beleuchtete Flaschenwand – fertig. Bloß nicht zu schick!

Bevor abends die Veranstaltungen losgehen, soll tagsüber Cafébetrieb herrschen, es gibt Kaffee und hausgemachte Kuchen. Kreative aus dem Viertel sind dann herzlich eingeladen, das „404“ als „Coworking-Space“ zu nutzen und sich mit anderen auszutauschen.

Das „404“

an der Corneliusstraße 2, Ecke Müllerstraße, eröffnet am Montag, 20. November, um 18 Uhr.

Vegan-vegetarisch: Emmi’s Kitchen - Gute Küche wie zu Omas Zeiten

Das Tagescafé Emmi’s Kitchen ist das zweite vegetarisch-vegane Lokal von Jenny (31) und Götz Möglinger (44). Das erste mit demselben Namen eröffneten die beiden 2016 an der Rosenheimer Straße. Jetzt haben sie ein Hinterhof-Loft bezogen, das vormals Soham hieß und als Kantine des dortigen Yogastudios Jivamukti diente.

Bodenständige Küche: Jenny und Götz Möglinger in Emmi’s Kitchen.

Serviert bekommen die Gäste bodenständige Gerichte wie zu Omas Zeiten. „Früher haben die Menschen auch nicht jeden Tag Fleisch gegessen“, sagt Götz. Er kocht nach alten Rezepten seiner Großmutter Emmi – jene Dame, die auch als Namensinspiration für das Café diente. Mittags gibt es Salate, Suppen und Eintöpfe, etwa altbayerisches Kartoffelgulasch (6,50 Euro) oder Chili sin Carne (5,50 Euro). Nachmittags werden Kaffee und Kuchen serviert. Sehr beliebt: die hausgemachten Zimtschnecken (3,30 Euro).

Emmi’s Kitchen

Buttermelcherstr. 11-15

Tel: 089/55 26 18 78,

Mo-Sa 10-16 Uhr,

So 10-15 Uhr

Schick: Salon Pitzelberger - Für Nachtschwärmer und Theatergäste 

Vorhang auf für den Salon Pitzelberger! So hieß der Einakter von Jaques Offenbach, mit dem 1865 das Gärtnerplatztheater eröffnet wurde. Und so heißt es auch 152 Jahre später nach dem großen Umbau – denn der Salon Pitzelberger 2017 ist eine schicke, auf 20er-Jahre getrimmte Bar mit Piano. Sie soll sowohl von den Theaterzuschauern vor und nach der Vorstellung als auch den Schauspielern, Sängern und den Nachtschwärmern aus dem Viertel besucht werden.

Schick und schummrig - die neue Bar am Gärtnerplatztheater.

Die Betreiber sind Profis aus der Gastroszene: Marc Uebelherr (Oh Julia, Gast), Matthias Scheffel (Pacha, Filmcasino) und Uli Springer (Koi, The Grill). Donnerstags gibt es einen Jazz-Abend und samstags Retro-Soul und Funk aus den Siebzigern und Neunzigern. Preise: Das Bier (0,33 l) kostet 3,50 Euro, das Glas Wein (0,2 l) 6 Euro. LAY

Salon Pitzelberger

Gärtnerplatz 3

geöffnet: eine Stunde vor Theaterbeginn, Mi, Do bis 1 Uhr und Sa, So bis 3 Uhr

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Isarvorstadt – mein Viertel“.

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