Anzeige gegen Till Hofmann

Reiters Machtwort: Das Haus muss weg!

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An der Goldgrund-Demo von Initiator Till Hofmann (rechts) nahmen vorgestern Abend Hunderte teil. Nützen tut’s nix.

München - Die Goldgrund-Aktivisten sind mit einem Star-Aufgebot an der Pestalozzistraße aufmarschiert. Am Mittwoch sprach OB Dieter Reiter ein Machtwort: Das Haus muss weg! Und es gibt kein Zurück mehr.

Vorsicht Amtsschimmel! Da sind die Goldgrund-Aktivisten am Dienstag mit einem Star-Aufgebot an der Pestalozzistraße aufmarschiert – darunter Christian Springer, Frank-Markus Barwasser, Marcus H. Rosenmüller, Luise Kinseher. Die Forderung: Das Haus soll bleiben! Jetzt aber spricht der OB ein Machtwort: „Das Haus wird abgerissen“, sagt Dieter Reiter (SPD) der tz. Es gibt kein Zurück mehr!

OB Reiter bleibt hart: Das leerstehende Haus in der Pestalozzistraße (Glockenbach) wird abgerissen – trotz Goldgrund-Aktion.

„Im jetzigen Zustand ist der Erhalt nicht mehr sinnvoll“, sagt der OB. Reiter macht aber keinen Hehl daraus, dass es so weit nicht hätte kommen müssen. „Das Haus steht leer – viel zu lange.“ Aber das hat einen Grund: Bereits 2007 hatte die Israelitische Kultusgemeinde Interesse an dem Gelände angemeldet, um ein Seniorenheim für Naziverfolgte zu bauen. Seit 2011 ist das Haus geräumt, heuer aber sprang die IKG überraschend ab. Die Entkernung hat längst begonnen. Das Kommunalreferat schätzt die Kosten für die Instandsetzung auf sechs Millionen Euro, Goldgrund-Chef Till Hofmann nur auf 1,2 Millionen. Reiter: „Der Abriss ist der einzig richtige Weg.“

Gleichzeitig will er aber schon die Planungen beginnen – für Neubau und Zwischennutzung: „Wir könnten schon im nächsten Jahr zum Beispiel Container für Flüchtlinge aufstellen. Ich will keine Brache!“

Initiator Till Hofmann.

Ähnlich sei das Vorgehen bei allen Leerständen: Reiter will sich die Sachlage anschauen, den Zustand bewerten – und dann handeln. In der Müllerstraße will er mit den Aktivisten über den Erhalt der Abrisshäuser sprechen. „Da kann das sinnvoll sein.“ Mit der Goldgrund-Kritik hat er kein Problem: „Ohne die Aktivitäten hätte es das Bewusstsein, dass wir in Sachen Leerstand etwas zu klären haben, nicht gegeben.“

Unnachgiebig bleibt man derweil im Kommunalreferat, wie in der Behörde zu hören ist: Kleinkunst-König und Goldgrund-Macher Hofmann soll in das Haus an der Pestalozzistraße eingedrungen sein (tz berichtete). Wie bei früheren vergleichbaren Fällen, werde er dafür bei der Polizei angezeigt.

David Costanzo

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