Ludwigsvorstadt und Schwanthalerhöhe

Oktoberfest: Stadtviertel-Gremien stimmen gegen mehr Wiesn

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Das Oktoberfest soll dauerhaft einen Tag länger dauern. Die Anwohner sind dagegen. 

Die Wiesn soll künftig einen Tag länger dauern. Jedenfalls, wenn es nach dem Zweiten Bürgermeister Josef Schmid (CSU) geht. Doch in den Stadtvierteln rund um die Theresienwiese stößt er mit seinem Vorschlag überwiegend auf Widerstand.

München - Nach dem Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hat sich auch der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe gegen eine Verlängerung ausgesprochen.

Schmid hatte sich in einem Schreiben an die Bezirke rund um die Theresienwiese gewandt und für eine dauerhafte Verlängerung des Oktoberfests geworben. Das Fest solle künftig bis zum Montag nach dem ersten Sonntag im Oktober dauern. Besonders würden davon die Einheimischen profitieren, die den Tag laut Schmid zu einem „Wiesn-Bummel“ nutzen könnten.

BA: Die Münchner haben nichts davon

Sibylle Stöhr, BA-Vorsitzende für die Schwanthalerhöe. 

Die Lokalpolitiker auf der Schwanthalerhöhe stimmen dieser Einschätzung jedoch nicht zu, da „die meisten Münchner am Montag arbeiten müssen“. Viel sinnvoller sei es, an den Wiesn-Sonntagen keine Reservierungen zuzulassen. Bislang darf sonntags die Hälfte der Plätze reserviert werden. Insbesondere kritisiert der BA aber die ohnehin schon starke Belastung der Viertel durch das Oktoberfest. Man müsse sich deshalb gut überlegen, ob ein zusätzlicher Tag im Sinne der Anwohner sei. Im Falle einer Verlängerung fordern die BA-Politiker der Schwanthalerhöhe daher, dass Projekte aus der Umgebung an den Mehreinnahmen beteiligt werden müssten. Außerdem müsse der Stadtrat sicherstellen, dass das Oktoberfest nicht noch länger dauere, falls der Tag der Deutschen Einheit auf einen Dienstag falle. „Die Stadt will uns nach und nach mehr Tage aus den Rippen ziehen“, sagte BA-Vorsitzende Sibylle Stöhr.

Massive Belastung der Anwohner

Zuvor hatte sich auch schon der BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt fraktionsübergreifend gegen eine Verlängerung des Oktoberfestes ausgesprochen. Hier argumentieren die Lokalpolitiker insbesondere, dass durch die langen Auf- und Abbauzeiten vor und nach dem Fest die Anwohner schon über die Maßen belastet seien.

Einzig in Sendling, wo jedoch wesentlich weniger Bürger direkte Anlieger der Theresienwiese sind, sehen die Lokalpolitiker den Wiesn-Verlängerungsplan entspannter. Mit elf gegen sechs stimmten die BA-Mitglieder dort sogar für den Vorstoß von Bürgermeister Josef Schmid. Hier gefiel besonders der Gedanke, dass von dem zusätzlichen Montag vor allem Bürger aus dem Großraum München Nutzen ziehen könnten.

Für das diesjährige Oktoberfest haben die jüngsten Voten der Bezirksausschüsse ohnehin keine Relevanz mehr. Der Stadtrat hatte schon vor einem Jahr die Verlängerung bis zum 3. Oktober beschlossen.

Constanze Radnoti

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