Stadt gesteht: „Keine optimale Lösung“

Wirrwarr mitten in München: Dieser Radweg führt ins Nichts

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Gestrichelte Radspur: Von der Lindwurmstraße kommend in die Herzog-Heinrich-Straße gibt es einen Radweg. Kurz vor der Mozartstraße endet der Radweg dann abrupt.

Auf der Herzog-Heinrich-Straße werden die Nerven der Verkehrsteilnehmer strapaziert. Schuld ist der neue Radweg - der erst nach fast zehn Jahren umgesetzt wurde und nun unvollständig daherkommt.

München - Wer in der Innenstadt mit seinem Drahtesel auf der Herzog-Heinrich-Straße unterwegs ist, kommt sich vor wie beim Radl-Roulette: Mal gibt es einen Radweg, mal nicht. Mal ist’s brenzlig, mal vorbildlich gesichert. Warum so viel Flickschusterei? Weil die Stadt acht Jahre gebraucht hat, um die Pläne für einen Radweg umzusetzen.

Von der Kreuzung Lindwurmstraße in die Herzog-Heinrich-Straße ist eine gestrichelte, weiße Linie eingezeichnet. Nach einigen Metern endet sie abrupt - der Radler muss sich an parkenden Autos vorbei in den Verkehr zwängen. Kurz vor der Mozartstraße finden sich wieder Striche, um wenig später erneut zu verschwinden. Am folgenden Kaiser-Ludwig-Platz gibt es einen eigens rot markierten Radweg, der danach im Nichts endet.

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„Nur eine punktuelle Verbesserung“

„Das ist keine optimale Lösung“, räumt die Stadt ein. „Sondern nur eine punktuelle Verbesserung.“ Im Jahr 2009 habe man ursprünglich eine durchgehende Radspur von der Lindwurmstraße bis zur Pettenkoferstraße bauen wollen. Doch damals wurden die Parkplätze noch als unentbehrlich erachtet. In den folgenden Jahren habe es unter anderem Schwierigkeiten mit Baufirmen gegeben. Die Pläne lagen auf Eis - bis zum Herbst 2017. „Im Oktober wurde dann das umgesetzt, was 2009 beschlossen worden war“, erklärt ein Stadtsprecher. „Für Radler ist das natürlich nicht zufriedenstellend.“ Am Georg-Hirth-Platz wolle man aber noch Markierungen anbringen.

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Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher sieht die Parkplatznachfrage außer zur Wiesn-Zeit nicht mehr so hoch: „Deshalb sollte in einem nächsten Schritt auf sie verzichtet werden, damit das Radeln attraktiver wird.“

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