Gute Plätze heiß begehrt

Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese: Wer zu spät kommt, geht leer aus

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Mehl hält bei Sonne und Regen: Damit markiert Helma B. ihren Standplatz, den sie schon einen Tag vor Flohmarktbeginn aufbaut. 

Mit dem Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese öffnet an diesem Samstag wieder das größte Trödel-Paradies Bayerns.

München - In Sachen Wetter stehen die Zeichen auf Sommer. So werden tausende Verkäufer und noch mehr Schnäppchenjäger in kurzen Hosen und mit Sonnenbrillen auf den Nasen über den Platz flanieren, dort stöbern und feilschen. Offiziell startet der Verkauf um 7 Uhr, Schluss ist um 16 Uhr. Kenner allerdings sind oft bereits einen Tag früher da, um sich vorab begehrte Stücke zu sichern.

Der Flohmarkt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) findet seit mehr als 25 Jahren statt und ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Händler aus ganz Deutschland nehmen teils eine weite Anreise auf sich. Seit 15 Jahren ist Katharina Muck mit von der Partie. Bereits am Donnerstag hat die Kommunikationswirtin mit blauer Kreide und Steinchen ihren Platz reserviert. 

„Es ist eine Traditionsveranstaltung - einfach super“

Denn wer zu spät dran ist, geht leer aus. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin verkauft die 40-Jährige am Samstag größtenteils Kleidung. Secondhand-Mode sei bei Schnäppchenjägern an der Theresienwiese besonders beliebt, sagt sie. „Einmal haben meine Freundin und ich 500 Euro an einem Tag eingenommen – jede von uns“, sagt Katharina Muck. Die familiäre Atmosphäre lockt die Münchnerin jedes Jahr wieder zum Riesenflohmarkt. „Es ist eine Traditionsveranstaltung. Jeder sitzt am Samstagmorgen mit seinem Kaffee hier – einfach super.“

Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese: Ein Bild aus dem Jahr 2016.

Als Veranstalter des Flohmarkts verlangt das Rote Kreuz Gebühren für Stände und Parkplätze. Überschüssige Einnahmen kommen sozialen Zwecken zugute. Bereits heute wird Helma B. ihr Auto an der Theresienwiese parken. Dann schleppt sie ihre Waren zum Stand, den sie schon aufbaut – und richtet danach ihren Schlafplatz her. „Ich übernachte mit ein paar Freunden, die neben mir ihre Stände aufbauen“, sagt die 74-jährige Münchnerin. „Vermutlich schlafe ich in einem Pavillon auf einer Gartenliege.“ 

Gute Plätze sind heiß begehrt

So müsse sie nicht am Samstag in den frühen Morgenstunden aufbauen. Die Fläche, auf der ihr Verkaufstisch stehen wird, markiert die 74-Jährige mit Mehl. Es könne sogar regnen, sagt sie. Das Mehl würde trotzdem am Boden liegen bleiben.

Wenige Meter entfernt steht Matthias Wydra. Bewaffnet mit einer lila Spraydose sprüht er Linien auf eine Grasfläche. „Ich markiere nicht nur meinen Platz, sondern auch für drei Spezln“, sagt der 45-Jährige aus Oberhaindlfing (Kreis Freising). Zu Hause lagere er viele Möbel, die er aus Haushaltsauflösungen bekomme, sagt der Schreiner. Deshalb biete er vor allem Schränke, Tische und Stühle auf der Theresienwiese an, sagt Matthias Wydra. „Andere Flohmärkte besuche ich gar nie. Hier verkaufe ich ohnehin sehr viel.“

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Regina Mittermeier

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