Peter Nagel will Schmerzensgeld

Schauspieler greift Münchner Isarklinikum an: „Krankenschwester hat mich verbrüht“

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Peter Nagel ist sauer auf das Isarklinikum. 

Er ging in die Klinik, um seinen Meniskus operieren zu lassen – entlassen wurde er aber schwer verletzt, mit Verbrennungen zweiten bis dritten Grades. 

München - Schwere Narben zeichnen bis heute seinen Oberschenkel. Der Schauspieler des Tegernseer Volkstheaters erzählt: „Es passierte beim Abendessen. Nach dem Eingriff war mein Knie mit einer Schiene fixiert, ich konnte mich nicht mal aufrichten im Bett.“ Das wurde ihm zum Verhängnis, als eine Krankenschwester ihm Tee eingießen wollte. „Im Liegen habe ich versucht, die Kanne zu greifen, aber sie war außen nass und hatte oben einen offenen Schnappverschluss.“ Ungebremst läuft das kochend heiße Wasser danach auf sein rechtes Bein. „Ich habe laut aufgeschrien“, sagt Nagel, der tellergroße Verbrennungen erlitt.

Ärzte des Isarklinikums in der Sonnenstraße versuchten die verletzte Haut zu kühlen, doch die Wunden sind heftig. Denn wegen einer Gummimatte im Bett konnte das Wasser nicht abfließen und verbrühte den Oberschenkel von Peter Nagel auch auf der Hinterseite. „Entschuldigt hat sich bei mir niemand.“

München: Gerichtsprozess nahm einen seltsamen Verlauf

Auch deshalb hat er das Klinikum auf Schmerzensgeld verklagt. Über seinen Rechtsanwalt Hans Werner Bauer forderte Nagel 5000 Euro. Doch der Gerichtsprozess nahm einen seltsamen Verlauf. „Erst wurde der Termin mehrfach verschoben, dann musste ich zweimal erscheinen.“ So wie auch fünf Zeugen. „Meine Krankenschwester war aber nicht dabei. Und die anderen waren nie in meinem Zimmer gewesen.“

Nagels Anwalt glaubt: „Das Klinikpersonal hat versucht, ihm den Unfall in die Schuhe zu schieben.“ Am Amtsgericht wurde die Szene Ende Januar nachgestellt. Danach schlug die Richterin einen Vergleich vor, doch zu einer Einigung kam es nicht. Am Ende musste ein Urteil den Fall entscheiden – zugunsten der Klinik. „Der Kläger konnte weder nachweisen, dass die Kanne glitschig war, noch, dass die Kanne defekt war“, sagte die Richterin – und wies die Klage des Schauspielers ab. „Wir schließen uns der Urteilsbegründung an“, sagt Kliniksprecherin Ulrike Haeger. 

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