Münchner Polizei schockiert

Altes Ehepaar im Unfallauto gefangen: Gaffer filmen sie

Ein Rettungssanitäter war mit Blaulicht und Martinshorn zu einem Einsatz unterwegs, als es zum Zusammenstoß mit einem Renault kam. Die Polizei musste Schaulustige vertreiben.

Update von 16.22 Uhr: Ein Rettungssanitäter (25) der Johanniter fuhr mit Martinshorn und Blaulicht auf der Paul-Heyse-Straße in Richtung Hauptbahnhof. An der Kreuzung zur Landwehrstraße wollte zur gleich Zeit, gegen 13 Uhr, ein 86-jähriger Münchner mit seinem Renault Espace in Richtung Paulskirche fahren. Es kam zum Zusammenstoß.

Der Renault wurde durch den Zusammenprall umgestoßen und kam auf dem Dach zum Liegen. Der Fahrer und seine Ehefrau (85) wurden durch den Zusammenstoß schwer verletzt. Sie wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ehefrau schwebt sogar in Lebensgefahr. „Es ist leider mit ihrem Ableben zu rechnen“, sagt Polizei-Sprecher Michael Riehlein. Der Rettungssanitäter zog sich leichtere Verletzungen zu, berichtet das Polizeipräsidium. 

Beide Fahrzeuge wurden total beschädigt. Die Staatsanwaltschaft gab ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag. 

Die Unfallstelle war über mehr als drei Stunden am Mittag an den Zufahrtstraßen abgesperrt. Es kam zu Verkehrsbehinderungen. 

Schätzungen zufolge beträgt der Sachschaden an den Fahrzeugen mehrere zehntausend Euro. Mit dutzenden Einsatzkräften waren Polizei und Feuerwehr in der Paul-Heyse-Straße vor Ort, um zu helfen.

Auch Gaffer waren wieder ein Problem: Die ersten am Unfallort eintreffenden Polizeibeamten sahen sich einer Vielzahl von Schaulustigen gegenüber. Einige filmten und fotografierten die Verletzten, die sich noch in den Fahrzeugen befanden. Der 86-Jährige konnte sich nicht aus seinem Gurt befreien. Er wurde schonend mit einem Spineboard aus dem Fahrzeug transportiert. Um die Gaffer davon abzuhalten und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Unfallopfer, mussten die Beamten eine Vielzahl an Platzverweisen aussprechen und ihnen sogar mit weiteren Strafmaßnahmen drohen.

„Etwa 250 Personen haben an der Unfallstelle gestanden und mit dem Handy gefilmt“, sagt Sprecher Michael Riehlein. „Erst durch amtliche Platzverweise konnten die Rettungskräfte zu den Verletzten durchkommen.“ Und verzögerten dadurch die notärztliche Behandlung der Verletzten an der Unfallstelle.

„Es ist schlimm, welche Formen das mittlerweile angenommen hat“, sagt Riehlein. Er kritisiert, dass die Schaulustigen ihre Bilder angeblich sogar im Internet verkaufen. Doch das Chaos wird nicht folgenlos bleiben: „Gegen diese Schaulustigen werden wir strafrechtlich vorgehen“, kündigt der Polizeisprecher an.

Update von 15.39 Uhr: Im Fahrzeug saß ein Ehepaar (85 und 86 Jahre alt) aus München. Der Fahrer des Einsatzfahrzeugs war nach Polizeiangaben mit Blaulicht und Martinshorn bei Rot in die Kreuzung eingefahren und mit dem Pkw kollidiert. Alle drei Personen kamen in ein Krankenhaus.

Unfall in der Landwehrstraße: Die erste Meldung der Polizei

München - Wie die Polizei mitteilt, passierte der Unfall am Mittwochnachmittag im Zentrum Münchens, auf der Landwehrstraße/Ecke Paul-Heyse-Straße. Mindestens ein Mensch schwebt laut Polizei in Lebensgefahr. 

Offenbar ist ein Renault an der Kreuzung mit einem Johanniter-Rettungsfahrzeug zusammengestoßen und hat sich überschlagen. Der genaue Unfallhergang ist noch nicht bekannt. Die Polizei ist vor Ort, ebenso wie Feuerwehr und Rettungsdienst.

Auf der Straße und im umliegenden Bereich kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. 

Renault Espace überschlägt sich nach Unfall mit Johanniter-Fahrzeug 

kg - Video: Glomex

Rubriklistenbild: © Thomas Gaulke

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