U-Bahnhof wird saniert

Sendlinger Tor: Das ist der Plan bis 2021

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Die Simulation zeigt das neue Sperrengeschoss am U-Bahnhof Sendlinger Tor. Geplant ist ein langgestreckter Hallenraum mit Geschäften, in denen sämtliche Zugänge von der Oberfläche münden und von dem aus die Bansteigebenen zu erreichen sind.

München - 145.000 Fahrgäste wuseln täglich durch den U-Bahnhof Sendlinger Tor. Die „Achillesferse“ des U-Bahn-Systems soll für grob geschätzt 80 Millionen Euro umgebaut und verschönert werden.

Es war ein nettes Fest. Eine Ska-Band spielte auf, Häppchen wurden gereicht und launige Reden gehalten. Vor gut einer Woche weihte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) das U-Bahnzwischengeschoss am Hauptbahnhof ein. Nach drei Jahren Bauzeit war die Modernisierung des vormals tristen und sanierungsbedürftigen Geschosses vollbracht. Doch ab Frühjahr 2015 kommt auf München schon die nächste Mega-Baustelle zu.

Mindestens sechs Jahre lang baut die MVG dann das Sendlinger Tor um. Brandschutz, Rolltreppen, neue Verbindungswege, neue Geschäfte, neue Optik. Das volle Programm. Die U-Bahnstation ist laut MVG-Chef Herbert König „die Achillesferse“ des Münchner U-Bahn-Systems.

Der unterirdische Bahnhof am Sendlinger Tor war ursprünglich für 50 000 Fahrgäste pro Tag konzipiert worden. 40 Jahre ist das nun schon her. Mittlerweile drücken sich täglich rund 145 000 Menschen die Bahnsteige entlang. Der Bahnhof stößt an seine Grenzen. Mit dem Umbau sollen vor allem die „Passagierströme entzerrt“ werden. Das Gedränge soll ein Ende haben.

Ab kommendem Frühjahr geht die Baustelle in die erste Phase. Die Fahrgäste werden davon zunächst nicht viel mitkriegen, aber dafür die Autofahrer auf der Sonnenstraße. Die MVG wird alle wichtigen Leitungen neu verlegen, um für die Bauarbeiten am Sendlinger Tor eine Baugrube ausheben zu können. Dadurch wird auch der Autoverkehr betroffen sein. Bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie vor rund zwei Jahren hieß es noch, dass während der kompletten Bauzeit eine Spur gesperrt werden müsse. Inzwischen gehen die Planer jedoch davon aus, dass die Sperrung lediglich bis Herbst 2015 nötig sein wird.

Im Jahr 2016 geht es laut der MVG dann weiter mit der Verlegung der neuen Querstollen. Das Genehmigungsverfahren dazu laufe allerdings noch. Diese Stollen werden gebraucht, um neue U-Bahnaufgänge bauen zu können. Denn bislang müssen alle Fahrgäste, wohin sie auch immer wollen, über die U3/U6-Ebene. Dadurch kommt es regelmäßig zu Gedränge, Rückstaus und Verzögerungen.

Ab 2017 soll es nach den Plänen der Verkehrsgesellschaft zu „nennenswerten Einschränkungen für die Fahrgäste“ kommen. Konzern-Sprecher Matthias Korte erklärt: „Dann beginnt nach derzeitigem Kenntnisstand die Wanderbaustelle ähnlich wie am Marienplatz und jüngst am Hauptbahnhof.“ Wie lange die Fahrgäste mit den Einschränkungen leben müssen und wann das Mammutprojekt abgeschlossen sein wird, ist derzeit noch nicht ganz klar. „Der Umbau“, sagt Korte, „könnte nach den vorläufigen Berechnungen im Jahr 2021 vollendet werden.“ Ob dieser vorläufige Zeitplan tatsächlich zu halten ist – oder ob es doch etwas länger dauern wird, „muss sich im weiteren Planungsverlauf zeigen“.

In der Machbarkeitsstudie wurden die Kosten des Projekts auf 80 Millionen Euro geschätzt. „Bei dieser Summe handelt es sich ebenfalls um eine erste, unverbindliche Einschätzung“, schränkt die Verkehrsgesellschaft vorsichtig ein. Genauere Angaben seien erst „bei weiter fortgeschrittenem Planungsstand möglich“.

Sicher ist hingegen, dass ein neues Flair Einzug halten soll. Im Sperrengeschoss sind neue Decken, Wandverkleidungen, Lampen und Geschäfte geplant. Über die Mieteinnahmen will sich die Verkehrsgesellschaft einen Teil der hohen Baukosten zurückholen.

Von Patrick Wehner

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