Die tz erklärt die Baustelle

So sieht's derzeit am Gärtnerplatz aus

+
Gärtnerplatz-Baustelle, neuester Stand: So sah’s Dienstag Mittag in der Klenzestraße aus.

München - Es ist die größte Kunst-Baustelle der Stadt: das Gärtnerplatztheater. Die tz hat sich umgesehen und erklärt den aktuellen Anblick.

Münchens berühmter Baumeister Leo von Klenze schaut derzeit auf die größte Kunst-Baustelle der Stadt: das Gärtnerplatztheater. Erbaut hat er es (ausnahmsweise) allerdings nicht, auch wenn Münchens zweite Staatsoper nach dem Nationaltheater in seiner Ära entstand: Die Entwürfe zur „kleinen Schwester“ des Nationaltheaters sind von Franz Michael Reiffenstuel, und Auftraggeber war der gerade König gewordene Ludwig II. 1864 erteilte er den Auftrag zum Bau eines Münchner „Actien-Volkstheaters“, ein Jahr später wurde es eingeweiht.

Das waren noch Zeiten – wie zügig das alles voranging! Die umfassende Sanierung unserer Zeit begann im Juni 2012, und die Anwohner dürfen sich freuen, etwa die Hälfte der Zeiten voller Lärm und Schmutz hinter sich gebracht zu haben. Zum Fahrplan: Noch rund drei Wochen ist man mit den Abräum- und Erdarbeiten beschäftigt, erklärt uns Johann Ettengruber (53), Chef der gleichnamigen Abbruchfirma, die etwa auch fürs alte ADAC-Gebäude und Residenzpost zuständig war.

Bis Mitte Oktober dieses Jahres sollen die Rohbauarbeiten im Neubaubereich abgeschlossen sein, bis April 2015 geht’s dann an die Fassaden und Abdichtung. Bis Ende März 2016 soll das Gebäudeinnere fertig ausgebaut sein und alle Fassaden im neuen Glanz erstrahlen.

Danach wird die Technik einreguliert, die Sicherheitstechnik abgenommen, dann zieht das Theater ein. Mit der Saison 2016/17 soll alles wieder voll bespielbar sein.

Doch schon Ende 2015 soll die erste Produktion über die Bühne gehen, im noch nicht fertig sanierten Haus – schließlich will man das 150. Jubiläum feiern. Die tz sah sich gestern auf der Baustelle um. Ins Auge fällt jedem, der durch die Klenzestraße läuft, die einsam aufragende, gestützte Seitenwand. Warum die noch steht und vieles mehr:

M. B.

Die aufragende Mauer

Dahinter ist ein gähnendes Loch und eine breite Spalte zum Haupthaus. Bizarr sieht sie aus, diese noch stehende Außenmauer. Warum blieb sie stehen? Weil sie denkmalgeschützt ist und zum historischen Ensemble gehört. Sie muss nun nach statischen Berechnungen ausreichend gestützt werden. Nur dort, wo sich die Baugrube befindet, standen die einstigen Nachkriegsbauten.

Das alte Haupthaus

Das eigentliche Gärtnerplatztheater bleibt natürlich erhalten, auch wenn es derzeit kaum erkennbar ist hinter all den Schildern und Containern. Ebenfalls erhalten bleiben größtenteils die Fassaden, die der Reichenbachstraße zugewandt sind. Die Gärtnerplatz-Crew spielt derzeit in Ausweichstätten, darunter Cuvilliés- und Deutsches Theater, Reithalle und Prinzregenten­theater.

Die mächtige Baugrube

Für die Räum- und Erdarbeiten der auf historische Gebäude spezialisierte Firma Ettengruber sind derzeit noch zehn Arbeiter beschäftigt. Die Baugrube ist bis zu 13,5 Meter tief, hier sollen drei Stockwerke entstehen. Der sogenannte „umgebaute Raum“ umfasst 40 000 Kubikmeter, 20 Prozent davon (8000 Kubikmeter) sind Schutt, Beton, Ziegel, Holz und Isoliermaterial und müssen abtransportiert werden.

Der Intendant

Gärtnerplatz-Intendant Josef E. Köpplinger leitet das Haus in der zweiten Saison und hat die enormen Schwierigkeiten – Ausweichspielstätten, Logistik etc. – mit seinem Team hervorragend im Griff. Der 49-jährige Niederösterreicher lädt am 14.2. zur nächsten Premiere ins Akademietheater (Kifferwahn, Musical), am 15. in die Alte Kongresshalle zu Tschaikowskys Oper Jolanta.

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

Auch interessant

Meistgelesen

31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag

Kommentare