Nach homophober Attacke

So solidarisieren sich die Glockenbach-Wirte mit dem Prügel-Opfer

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Zum internationalen Tag gegen Homophobie werden überall auf der Welt Zeichen gegen Schwulenfeindlichkeit gesetzt. So auch in München, wo erst vor wenigen Tagen ein junger Mann wegen seiner Homosexualität brutal zusammengeschlagen wurde. 

München - Vier Tage nach dem brutalen Überfall auf Gregor P. (30) in der Theklastraße im Glockenbachviertel wollen 33 Wirte aus dem Glockenbachviertel ein Zeichen setzen - mit einem gemeinsamen Post auf ihren jeweiligen Facebookseiten. In der Erklärung drücken sie ihre Betroffenheit aber auch Wut über den Vorfall aus: „Der Angriff bewies auf erschreckende Weise, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft noch immer nicht sein und leben können, wie sie möchten. Wer offen seine Identität zeigt, läuft leider immer noch Gefahr, beleidigt oder angegriffen werden“, so die Gastronomen. Und weiter: „Wir setzen uns für ein tolerantes und buntes Viertel ein, in dem wir jegliche Angriffe auf Geschlecht, Hautfarbe Nationalität und sexuelle Neigung ablehnen.“  

Gregor P. wurde in der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag vor der Prosecco-Bar in der Theklastraße zusammengeschlagen. Er hatte die Täter angesprochen, weil die zuvor eine am Schwulenzentrum (Sub) angebrachte Regenbogenfahne umgeknickt hatten. Dort waren sie außerdem wegen Pöbeleien aufgefallen. Nach vermutlich gegenseitigen Spuckattacken kam es zum Faustschlag. Gregor P. erlitt eine Platzwunde im Gesicht. Außerdem ist der Knochen, der sein linkes Auge stützt, zertrümmert. Er muss deshalb operiert werden. Der Haupttäter ist jung, etwa 1,85 Meter groß mit blonden, mittellangen Haaren. Er sprach akzentfrei Deutsch. Die Polizei sucht noch immer Zeugen. 

Am Sonntag kamen einige Viertel-Bewohner zu einer spontanen Protestkundegebung zusammen. 

Der Fall hat auch dem Gastbeitrag, den der Münchner Politiker Marcel Rohrlack im vergangenen Jahr für uns schrieb, traurige neue Aktualität verliehen: „München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!“  Lesen Sie außerdem: Der Europarat hat Deutschland im Februar kritisiert, Hassverbrechen würden nicht ausreichend erfasst werden.  

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