Geduldsprobe in der Marsstraße

Riesen-Schlange wegen Wiesn-Bier

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Keine Ende in Sicht: Die Lkw-Kolonne in der Marsstraße.

München - Für Brummifahrer ein Ärgernis, für die Brauerei ein Sonderfall: In der Marsstraße stauten sich am Dienstag die Lastwagen - wegen Wiesn-Bier.

Die nahende Wiesn und der heiße Sommer – für das Spaten-Franziskaner-Bräu war dies am Dienstag eine chaotische Kombination. Mehr als 30 Lastwagen stauten sich vor dem Betriebsgelände an der Marsstraße. Viele Lkw brachten Leergut, andere holten bereits frisches Oktoberfestbier ab, das ins Ausland geliefert wird.

Schon an den Nummernschildern der Getränketransporter ließ sich ersehen: Die Lastzüge kamen aus aller Herren Länder. Wartezeiten an der Spaten-Brauerei sind für Lkw-Fahrer, die in Gaststätten und Getränkemärkte liefern, nichts Außergewöhnliches. Dies bestätigten sowohl Brummifahrer als auch eine Unternehmenssprecherin von Anheuser-Busch InBev. Spaten gehört zu dem weltweit agierenden Brauereiunternehmen.

Am Dienstag seien indes alle unglücklichen Zufälle zusammengetroffen, wie es ein Mitarbeiter von Spaten ausdrückt. Auf dem Betriebsgelände könne man etwa zehn Lkw gleichzeitig abfertigen. Manchmal aber sei der Verkehr auf der Autobahn nicht vorhersehbar. „Und diese Woche wollten auch viele schon das Wiesn-Bier abholen. Die Italiener zum Beispiel lieben es.“ Zudem habe sicher der heiße Sommer eine Rolle gespielt. Jedenfalls konnten an diesem Tag nicht alle Laster auf den Hof einfahren.

Josef Trau.

Am Mittwoch hatte sich die Lage wieder beruhigt. Der Rückstau war bei weitem nicht mehr so lange. Klagen von Lkw-Fahrern gab es dennoch. „Es ist immer dasselbe hier, diese ständige Warterei“, beschwert sich Josef Trau. Den Stau vor der Brauerei kenne er zur Genüge, das sei nervenzehrend. Trau kommt mit Leergut aus Ulm. Kollege Robert Plaza geht es ähnlich. 64 Paletten Leergut aus Sachsenheim bei Stuttgart hat er geladen. Laut Inga Busch, Unternehmenssprecherin von Anheuser-Busch Inbev, war der Dienstag-Stau jedoch „eine absolute Ausnahme“.

Robert Plaza.

Dies komme ein- bis zweimal pro Jahr vor, wenn auch Materialien wie Kronkorken, Etiketten und andere Hilfs- und Betriebsstoffe angeliefert würden. Die Unternehmenssprecherin räumt aber ein, dass aufgrund der saisonalen Schwankung kurzfristig Wartezeiten für Lkw-Fahrer entstehen könnten. „Die zu minimieren, ist eine unserer Prioritäten.“ Ein Weg sind sogenannte „Ladefenster“, die die Fahrer buchen können. Aber die helfen auch nichts, wenn – so wie am Dienstag – alles schief geht.

Klaus Vick, Stefanie Wegele, Marian Meidel

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