Unzulängliche Betäubung 

Stadtrat fordert mehr Kontrollen am Schlachthof

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Der letzte Weg: Rinder warten am Münchner Schlachthof. Die Stadt will ihnen unnötige Qualen ersparen.

Der Münchner Schlachthof gerät erneut in den Fokus der Stadt. Nahezu alle Fraktionen des Stadtrates fordern in einem gemeinsamen Antrag schärfere Kontrollen beim Schlachten von Rindern und Schweinen: mehr Personal, mehr Videoüberwachung.

München - Wie berichtet, war der Schlachthof vor einer Weile Ziel staatsanwaltlicher Ermittlungen. Die Vorwürfe lauteten unter anderem auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Das Verfahren wurde zwar eingestellt. „Es darf nicht passieren, dass die angelieferten Schweine und Rinder durch unzulängliche Betäubung Qualen leiden“, sagt aber Stadträtin Evelyn Menges (CSU).

Bei der Schlachtung von Rindern und Schweinen sind verschiedene Stationen zu überwachen. „Das war bisher problematisch“, sagt Katrin Habenschaden (Grüne). Denn die Kontrolleure konnten entweder beim Abladen oder beim Schlachten anwesend sein. Daher fordern Grüne, SPD, CSU und FTB nun zusätzliche Stellen ein. Pro Schlachthalle soll ein weiterer Tierarzt im Einsatz sein. Außerdem soll das Personal in der zuständigen Stelle des Kreisverwaltungsreferats aufgestockt werden.

Denn auch geplant ist, die Videoüberwachung auszubauen. Die Kameras würden durchgängig laufen, die Videos allerdings erst im Nachhinein ausgewertet – auch dafür braucht es mehr Stellen in der Verwaltung. „Wir wollen damit gewährleisten, dass die Richtlinien des Tierschutzes eingehalten und die Kontrollen verbessert werden“, sagt Christian Vorländer (SPD).

Der Münchner Schlachthof war zuletzt ein Thema, mit dem sich zumeist die Grünen auseinandergesetzt hatten. Unter anderem waren zwei Anfragen gestellt, die gewisse Vorgänge rund um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beleuchten sollten. „Es ist aber schön, dass die CSU sich nun zumindest auf kommunaler Ebene für die Einhaltung des Tierschutzes einsetzt, wenn sie sonst überall Massentierhaltung und -schlachtungen Vorschub leistet“, sagt Stadträtin Katrin Habenschaden.

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