Fans kämpfen um den Kiosk

Aus für das Kult-Standl: Rebellion auf Facebook!

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Die Unterstützer von André Löwigs Standl formieren sich bei Facebook.

München - Jetzt gehen die Fans von Münchens ältestem Standl auf die Barrikaden: Bei Facebook haben sie sich formiert. Sie wollen nur eins: Verhindern, dass der Kult-Kiosk an der Isar schließt.

André Löwig kämpft um sein Standl an der Isar - und das nicht allein: Mittlerweile gibt's im Sozialen Netzwerk Facebook eine eigene Gruppe, die den Betreiber des ältesten Standls Münchens an der Wittelsbacher Brücke unterstützt. Über 300 Nutzer haben schon "Gefällt mir" geklickt. Tendenz weiter steigend. Sie wollen verhindern, dass das Baureferat den Kiosk dicht macht.

Hinter der Initiative steckt Manuela Rittner - ganz unfreiwillig. Rittner postete den Artikel unseres Portals auf ihrer Facebook-Seite "Münchner Gschichten" und wurde prompt mit Anfragen und Hilferufen ihrer User bombardiert. "Sofort und auf der Stelle haben mir viele geschrieben, dass ich was machen muss", erklärt Rittner.

Es sind Menschen wie Marcel Rotter, die gegen die Pläne des Baureferats rebellieren wollen. Die tief bestürzt sind über das drohende Aus des Kult-Kiosks. Mittlerweile lebt der 41-Jährige zwar in Esslingen. Doch den Kontakt zu seiner Heimatstadt München hat er nie verloren. So oft es geht, kommt er zurück an die Isar. Das Standl an der Wittelsbacher Brücke ist für ihn eine Herzensangelegenheit. "Als Kinder haben wir immer irgendeine Kleinigkeit an diesem Kiosk gekauft - Brausestange, Wundertüte oder mal ein Eis. Sonntags beim Familienspaziergang hat mein Opa immer seine Halbe dort getrunken und wir Kinder haben eine Limo gekriegt", beschreibt er. Dass der Kiosk nach 168 Jahren für immer schließen soll - einfach unbegreiflich für Rotter. "Ich hatte jedenfalls Tränen in den Augen, als ich das las." Der Esslinger will für das Standl kämpfen - im Internet. 

Genauso ging es den Fans von Manuela Rittners Seite. Ein Nutzer hatte schließlich die zündende Idee: Warum nicht eine eigene Facebook-Seite gründen? Seit dieser Woche ist sie online - die Resonanz darauf ziemlich groß. "Wir haben da eine richtige Welle losgetreten", sagt Rittner stolz. Kurios: Die Mit-Initiatorin selbst hat noch nie an Münchens ältestem Standl eingekauft. "Ich muss gestehen: Ich persönlich war noch nie da." Trotzdem kämpft sie. "Das Standl gehört zum Stadtbild - das darf nicht weg", fordert sie. Rittner appelliert im Standl-Streit an beide Seiten und nimmt auch Kiosk-Betreiber Löwig ("Klar hat er übers Ziel hinausgeschossen") in die Pflicht: "Beide müssen einfach aufeinander zugehen." Sonst stirbt ein kleiner Teil Münchner Geschichte - nach 168 Jahren.

am

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