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Standplatz vor Uni-Klinik verschwunden

Taxler klagen an: „Die Klinik sperrt uns aus“

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Walter Wittulski (64) fuhr Patienten aus der Klinik in der Ziemssenstraße.

35 Jahre lang gab es gegenüber der Uni-Klinik in der Ziemssenstraße einen Taxistand. Nun ist er verschwunden. Der Ärger ist groß.

München - Die Taxler trauten am Dienstag ihren Augen nicht: Ihr Stand an der Ziemssenstraße 1 vor dem Klinikum der Universität München ist verschwunden! Um 15.20 Uhr am Mittwoch ging bei Thomas Kroker, Leiter der Taxizentrale, der Funkruf eines Kollegen ein: „Der Technische Dienst schraubt grad die Taxi­schilder ab.“

Kroker ist stocksauer: „Wir wurden in einer Nacht- und Nebelaktion ausgebremst“, empört er sich in der tz. Erst am 27. April hatte der Dienststellenleiter eine Mitteilung per E-Mail vom Projekt­büro des Klinikums erhalten. Da­rin wurde angekündigt, „dass bis Ende Mai der Taxistand aufgrund der Einführung eines Parkraum-Managements ersatzlos aufgehoben wird“.

Normalerweise könne ein Platz erst aufgelöst werden, so Kroker, wenn eine Anordnung durch die Straßenverkehrsbehörde zugrunde liege und der Bezirks­ausschuss zugestimmt habe.

„Katastrophe für die Patienten“

Seit über 35 Jahren gibt es den Standplatz im Zentrum gegenüber des Sendlinger Tors, an dem meist bis zu fünf Fahrzeuge standen. „Das ist eine Katastrophe für die Patienten der Klinik. Es gibt viele, die mit Rollstühlen unterwegs sind, die zur Dialyse müssen oder nach Operationen mobilitätseingeschränkt sind“, sagt Taxifahrer Walter Wittulski.

Etwa 100 000 Taxifahrten wurden dort abgewickelt, weiß Kroker. Erst vor wenigen Jahren wurde der Standplatz für vier Taxis in der Nußbaumstraße vor der chi­rurgischen Klinik nach Beendigung der Bauarbeiten nicht wieder hergestellt. Jetzt auch noch die Ziemssenstraße…

Klinik weicht Fragen aus

Tausende Patienten müssen nun Taxis vom Goetheplatz bestellen. Für Kroker ist diese Planung unverständlich: „Das bedeutet zusätzlich Tausende Autofahrten vom Goetheplatz aufs Klinikgelände – in einer Zeit, in der Umweltschutz und Luftreinhaltung weltweit größte Priorität beigemessen werden.“ Für ihn spiegele das den Zeitgeist wider: „Für ein paar Euro für Parkplätze opfert man gerne Service am Patienten.“

„Wir planen auf dem Klinikgelände ein professionelles Parkraum-Management mit Schranke“, sagte gestern die Pressestelle des Klinikums. Taxis können von der Pforte aus bestellt werden. „Patienten können 30 Minuten gebührenfrei parken. Ab der 31. bis zur 60. Minute kostet es einen Euro.“

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