Taxler verlor die Nerven

Toter Wiesn-Gast: Er trug diese Bänder

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An dieser Kreuzung nahe der Hackerbrücke wurde am Mittwochabend ein Mann von einem Taxi totgefahren.

München - Sicher wartet daheim in England jemand auf ihn. Und wundert sich, warum er sich nicht meldet. Doch dieser Mann kann sich nicht mehr melden. Denn er ist tot – auf dem Wiesn-Heimweg überfahren.

+++ Update: Wie die Polizei am Freitagmorgen bekanntgab, wurde der Mann identifiziert. Details wollen die Ermittler am Mittag mitteilen. +++

Dieses Taxi schleifte den bislang nicht identifizierten Briten zehn Meter weit und überrollte ihn. Der Mann war sofort tot.

Das Unglück bahnte sich um 23 Uhr auf Höhe der gläsernen Fußgängerbrücke über die Bayerstraße zur Theresienwiese an. Hochkonjunktur für Taxifahrer, die auf lukrative Touren hoffen. Auch Taxifahrer Robert R. (24) hatte drei Fahrgäste an Bord, die aber nur zur nahen Hackerbrücke wollten. Um 23 Uhr näherte sich das Taxi vom Bahnhof kommend der grün anzeigenden Ampel unter der Brücke. Allerdings war die Straße blockiert von zahlreichen bierseligen Wiesn-Rückkehrern. Zwei Fahrzeuge waren schon stehen geblieben. Nicht so Robert R.!

Rücksichtslos steuerte er sein Taxi zwischen den Fahrzeugen hindurch, beschleunigte sogar noch – und dann krachte es. Der Brite stürzte so unglücklich, dass er vom Taxi überfahren und zehn Meter weit mitgeschleift wurde. Sterbend blieb der Mann auf der Straße liegen – und das Taxi fuhr davon! Zehn Minuten später kehrte Robert R. zurück – allerdings erst, nachdem er seine drei Fahrgäste an der Hackerbrücke abgesetzt hatte. Er wirkte verstört, konnte und wollte sein Verhalten zunächst nicht erklären. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht ermittelt.

Der Schmuck des Toten: Zwei Lederbänder (siehe anderes Foto) sowie zwei Armbänder der britischen Reiseagentur ­Busabout Freestyle Travel

Die drei Fahrgäste sucht nun die Polizei. Polizeirat Marcus Gloria da Silva hofft, dass sie sich melden: „Sie sind unsere wichtigsten Zeugen. Nur sie wissen, was genau geschehen ist. Es ist sehr wichtig!“

Das Opfer – ein jüngerer Mann – stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus Großbritannien, ist aber noch nicht identifiziert. Der Tote ist 1,85 Meter groß, 100 Kilo schwer und war bekleidet mit weiß-orange-blau-kariertem Holzfällerhemd, blauer knielanger Stoffhose und hellgrauen Stoffschuhen. Er trug neben zwei Lederbändern auch ein Stoffarmband der britischen Reiseagentur Busabout freestyle travel. Diese Agentur brachte am Mittwoch 300 Briten in diversen Münchner Hotels unter. In der Geldbörse hatte der Unbekannte ein paar Euro, drei britische Pfund und die Bar-Karte eines Innenstadt-Hostels. Dort jedoch wohnte er nicht. Mittlerweile versucht die Polizei auf Facebook auch in englischer Sprache, die Identität des Toten zu klären. Unter Tel. 089/6216-3322 bittet das Unfallkommando um Hinweise.

Dorita Plange 

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