Goethe- und Landwehrstraße

Treffpunkt für Tagelöhner auf dem Arbeiterstrich

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Der Arbeiterstrich im Bahnhofsviertel: Jetzt soll ein Treffpunkt in der Paul-Heyse-Straße die Tagelöhner aus Bulgarien von der Straße holen.

München - Sie stehen sich an Goethe- und Landwehrstraße die Beine in den Bauch, betteln oder warten am Arbeiterstrich auf Jobs für ein paar Euro, um die sie am Ende noch betrogen werden – und den Läden bleibt die Kundschaft weg.

 „Es kann so nicht weitergehen“, warnte der Chef der benachbarten Theatergemeinde, Michael Grill, noch im Herbst. Jetzt soll es Abhilfe für Tagelöhner und Nachbarn geben – ein Treffpunkt im Bahnhofsviertel.

Im September war ein Vermieter am Tag der Rathaus-Entscheidung abgesprungen, morgen soll der Stadtrat über einen neuen Treff abstimmen: In der Paul-Heyse-Straße 27-29 kann die Arbeiterwohlfahrt Räume für ein Beratungscafé mieten. Auf den 374 Quadratmetern soll es Platz für 50 Menschen geben – Sitzgruppen zum Ausruhen, zum Essen und Trinken, Computer für Arbeits- und Wohnungssuche sowie Platz für Beratungsstellen. Wohlfahrtsverbände fordern auch Duschen, die aber dort nicht vorgesehen sind. Dafür stockt die Obdachlosenhilfe in St. Bonifaz von vier auf acht Kabinen auf. Genügen die nicht, könnten auch Duschmarken für die Hauptbahnhof-Toiletten ausgegeben werden.

„Im Bahnhofsviertel halten sich tagsüber viele Zuwanderer aus den neuen EU-Ländern auf den Straßen auf“, erklärt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD). Die Tagelöhner seien meist Männer zwischen 18 und 45 Jahren und stammten aus Pazardzhik in Bulgarien. Sie kommen für wenige Euro Lohn auf Baustellen oder zum Putzen unter. Die Bettler stammten meist aus Omurtag in Bulgarien. „Die Stadt bezuschusst einige Projekte“, sagt Meier. „Die Angebote reichen nicht aus.“ Darum soll die Miete mit rund 800 000 Euro bis 2019 übernommen und der Umbau mit 107 000 Euro bezuschusst werden.

David Costanzo

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