Bundestag beschließt Pkw-Maut

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Brutalos am Hauptbahnhof

U-Bahn-Schläger prügeln diese Gruppe bewusstlos

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Der Angriff traf sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Michael B. (v.l.), Maximilian H. und Christian R.

München - Sie sind eigentlich drei kräftige Kerle, doch gegen zwei brutale U-Bahn-Schläger hatten Maximilian H. (30), sein Bruder Christian R. (38) und Schwager Michael B. (41) keine Chance.

Die Täter: Patryk Z. (22, links) und Mateusz K. (24) vor Gericht. In ihrer Mitte die Dolmetscherin

„Patsch, da bin ich schon umgefallen“, berichtete Michael B. am Mittwoch als Zeuge vor Gericht. Die Überwachungskameras im U-Bahnhof Hauptbahnhof der Linien U4/U5 hielten das Geschehen fest: Von einem Faustschlag getroffen fällt der 41-jährige Lagerist bewusstlos ins Gleis! Blitzschnell schlugen und traten Mateusz K. (24) und sein Cousin Patryk Z. (22) die zwei weiteren Opfer bewusstlos. Jetzt müssen sich die beiden Polen wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten. Die beiden sitzen seit der Tat am 13. Oktober in U-Haft und werden wohl noch längere Zeit hinter Gittern verbringen. Denn was um 1.50 Uhr am Bahnsteig passierte, hätte tödlich enden können!

Die Bilder der Überwachungskameras dokumentieren ein schreckliches Szenario: Patryk Z. geht an Michael B. vorbei, rammt ihn mit dem Ellenbogen. Der will ihn ansprechen, doch Sekundenbruchteile später verpasst ihm Mateusz K. schon einen Faustschlag. Wie ein nasser Sack kippt der 41-Jährige ins Gleis. Daraufhin prügeln die Täter auf Christian R. ein, bis er zu Boden geht. Mateusz K. versetzt ihm einen heftigen Tritt ins Gesicht, R. bleibt bewusstlos liegen.

Die Maske zeigt den Schuhabdruck im Gesicht von Maximilian H.

„Ich habe einen kurzen, lauten Schrei gehört“, berichtet Maximilian H. Er habe sich umgedreht: „Mein Bruder lag am Boden.“ Als er Christian zu Hilfe eilen will, trifft es auch ihn: „Ich habe einen Fußtritt mitten ins Gesicht gekriegt.“ Auch er bleibt für einige Minuten bewusstlos liegen. Derweil hieven Passanten Opfer Michael B. aus dem Gleisbett. Noch rechtzeitig. Um 2.10 Uhr rollt die nächste U-Bahn ein ...
Mit einem Sprint machen sich die Schläger in Richtung U 2 aus dem Staub. Minuten später werden sie festgenommen. Im Polizeibericht wird der Fall nicht erwähnt. Zu den Beweismitteln gehört eine Maske: Es ist ein 3D-Abdruck der rechten Gesichtshälfte von Maximilian H., genommen kurz nach dem Angriff. Der Abdruck einer Schuhsohle ist deutlich zu sehen. Der Beweis: Diesen Schuh hat Patryk Z. getragen. Die Angeklagten entschuldigen sich bei ihren Opfern. Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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