Bauarbeiten seit 2017

Meilenstein erreicht: „Durchbruch abgeschlossen“ - so sieht es im U-Bahnhof Sendlinger Tor aus

20 Meter unter der Erde erstreckt sich Münchens tiefste Baugrube.
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20 Meter unter der Erde erstreckt sich Münchens tiefste Baugrube.

Die Modernisierung des U-Bahnhofs am Sendlinger Tor schreitet voran. Im Jahr 2020 soll der Erweiterungsbau an der Sonnenstraße in Betrieb gehen.

München - Über eine steile Wendeltreppe führt der Weg in die Tiefe: 20 Meter unter der Erde erstreckt sich Münchens tiefste Baugrube. Stahlträger, vereiste Leitungen, Beton – 15 Meter unter dem Grundwasser. Im März 2017 hat die Erweiterung des U-Bahnhofs am Sendlinger Tor begonnen. Zwei neue Aufgänge sollen das bestehende Nadelöhr entlasten. Jetzt flackert Licht am Ende des Tunnels. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Durchbruch verbindet Baugrube mit dem Südende des bestehenden Bahnsteigs

„An der Blumenstraße ist der Durchbruch zum zentralen U-Bahnhof abgeschlossen“, verkündete Projektleiter Andreas Schmid am Donnerstagvormittag zwischen Staub und Sperrholzplatten. Rund 20 Tage hat es gedauert, das acht mal acht Meter große Loch in die Wand zu fräsen. Der Durchbruch verbindet die Baugrube mit dem Südende des bestehenden Bahnsteigs der U1 und U2. Die Bohrung hat ein ferngesteuerter Abbruch-Roboter übernommen. Anschließend mussten die Wände mithilfe von Spritzbeton stabilisiert werden. Ein Mammutprojekt.

20 Meter unter der Erde erstreckt sich Münchens tiefste Baugrube.

Vor dem Durchbruch haben die Bauarbeiter ein Kühlsystem installiert. Eine minus 35 Grad kalte Lösung aus Kalziumchlorid sorgt dafür, dass das Erdreich gefriert – und so nicht unter der Kraft der Fräsmaschine zerbröselt. Vor wenigen Wochen erst wurde die Kühlung wieder abgestellt. „Bis der Frostkörper vollständig aufgetaut ist, kann es noch drei Monate dauern“, erklärt Projektleiter Schmid.

20 Meter unter der Erde erstreckt sich Münchens tiefste Baugrube.

Ein paar Meter weiter, in der Baugrube an der Sonnenstraße, sind die Aggregate noch aktiv. Wenige Armbreiten Erde trennen die Fräsmaschine noch von den Fahrgästen am Bahnsteig. Die bekommen von dem Gebohre nichts mit. Rosarote Dämmplatten schirmen Staub und Krach nach innen hin ab.

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Kosten für Mega-Bau: Rund 150 Millionen Euro

Insgesamt 24.000 Kubikmeter Erde haben die Bauarbeiter seit Herbst 2017 aus dem Boden gebohrt. Lastkräne hievten das Material an die Oberfläche. Würde man die Fahrzeuge, die den Schutt abtransportiert haben, aneinanderreihen, ergäbe das eine Strecke von 18 Kilometern.

20 Meter unter der Erde erstreckt sich Münchens tiefste Baugrube.

Im Frühjahr 2020 soll der Erweiterungsbau an der Sonnenstraße in Betrieb genommen werden. Sind die Arbeiten abgeschlossen, beginnt der Feinschliff am bestehenden Bahnhof. Auch der soll aufgehübscht werden. Die Ebene der U1/U2 soll in einem freundlichen Gelb erstrahlen. Der Bereich, in den die U3 und die U6 einfahren, in einem kräftigen Blau. Die Decke im Sperrengeschoss wird schwarz.

Die Kosten für den Mega-Umbau, der voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen sein soll, betragen nach Angaben der Stadtwerke München 150 Millionen Euro.

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