Standortvorschläge abgelehnt

Gärtnerplatz: Streit um Toiletten fürs Feier-Volk geht weiter

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Kommen alle Jahre wieder: Nächtliche Besucher beim sommerlichen Freiluft-Treff auf dem Gärtnerplatz.

In der Debatte um öffentliche Toiletten für das Partyvolk am Gärtnerplatz ist weiter keine Lösung in Sicht. Ein möglicher Standplatz vor der Schule an der Klenzestraße wurde von Eltern brüsk abgelehnt. Und nun will der örtliche Bezirksausschuss sogar die mobilen Dixi-Klos nicht mehr aufstellen lassen.

München - Der Elternbeirat der Grundschule an der Klenzestraße hatte kräftig mobilisiert, Unterschriften gesammelt. Entsprechend viele Eltern waren gekommen, als am Dienstag vom Baureferat der mögliche Toilettenstandort vor der Schule bei einem Ortstermin begutachtet wurde. Auch die Schulleiterin sowie der Rektor der benachbarten Mathilde-Eller-Förderschule wehrten sich gegen diesen Standort. Die Platzwahl sei falsch ob der vielen kleinen Schulkinder. Außerdem ziehe so eine Toilette auch Personen an, die Kinder bedrohen könnten, meinten gar einige besorgte Eltern.

Die Stadtverwaltung sucht seit Jahren gemeinsam mit dem Bezirksausschuss Ludwigs-/Isarvorstadt (BA 2) einen Standort für eine feste, öffentliche WC-Anlage am Gärtnerplatz. Diese, so der Plan, soll hübsch in einer großen Litfaßsäule versteckt werden. Aber rund um den Gärtnerplatz ist so ein Bau aus Denkmalschutzgründen kaum möglich, zahlreiche Standorte wurden bereits geprüft – und wieder verworfen. 

Die meisten Eigentümer möchten zwar unisono eine Toilette, damit das Wildbieseln in Hauseingängen und Garageneinfahrten eingedämmt werde, aber niemand mag sie vor seiner Haustür haben. So kam die Stadt auf die Idee, eine Toilette auf dem öffentlichen Grund direkt vor der Grundschule an der Klenzestraße zumindest einmal zu prüfen. Allerdings stellte sich – auch unabhängig vom Widerstand der Eltern – dieser Platz bei der Besichtigung baurechtlich als ungeeignet heraus. „Außerdem war auch aus unserer Sicht die Stelle vor der Schule nicht zumutbar“, sagt Beate Bidjanbeg (SPD), die Kinder- und Jugendbeauftragte im BA 2. „Der Vorschlag kam nur durch die verzweifelte Standortsuche zustande, es wird einfach jede Idee für ein öffentliches Klo am Gärtnerplatz geprüft.“

Durchgefallen: Ein Toiletten-Standplatz vor der Schule an der Klenzestraße kommt doch nicht infrage.

Etwas erstaunlich ist da jedoch auf den ersten Blick, dass die Mitglieder des BA für den kommenden Sommer mobile Toiletten am Gärtnerplatz grundsätzlich abgelehnt haben. Der Testlauf im vergangenen Sommer an der Ecke zur Corneliusstraße habe keine wesentliche Verbesserung ergeben und zu Beschwerden der Ladeninhaber wegen dauerhafter Geruchsbelästigung geführt, heißt es. Hauseingänge und Einfahrten seien trotzdem weiter verschmutzt worden. 

Die Konfliktmanager, die im Sommer nachts am Gärtnerplatz unterwegs sind und mit den Feierenden das Gespräch suchen, sehen das indes anders und finden, dass die Dixi-Toiletten gut angenommen wurden. Trotzdem lehnt der BA sie nun ab: „Wir haben 2016 von einem einmaligen Testlauf gesprochen und setzen weiter auf eine dauerhafte Toilettenlösung“, so Bidjanbeg. „Wenn wir jetzt wieder mobile Klos aufstellen, machen wir uns gegenüber den Anwohnern und Geschäftsinhabern unglaubwürdig.“

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