Aussage gegen Aussage

Vergewaltigung auf Südfriedhof? Manuel C. leugnet

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Ist Manuel C. (30) ein gefährlicher Wiederholungstäter?

München - Kann man einem vorbestraften Vergewaltiger glauben, der erneut eine Frau gedemütigt haben soll? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit Montag das Landgericht.

Der mutmaßliche Täter Manuel C. (30) streitet alles ab. Aber die Vorwürfe sind erschreckend: C. soll vergangenen März die damals erst 17-jährige Susanne K. (Näme geändert) am Alten Südfriedhof im Glockenbachviertel vergewaltigt und mit einem Messer bedroht haben.

An einer Parkbank in der Thalkirchner Straße haben sich Täter und Opfer kennen gelernt. Die Vergewaltigung soll im Alten Südfriedhof stattgefunden haben.

Der 30-Jährige war zum Tatzeitpunkt erst ein halbes Jahr auf freiem Fuß – zuvor saß er wegen Vergewaltigung im Gefängnis. Es war der 30. März 2013, als Susanne auf einer Parkbank in der Thalkirchener Straße saß und rauchte. Die 17-Jährige stammt aus Oberbayern und war zu Besuch bei ihrer Großmutter. Gegen 22 Uhr traf sie auf ihren späteren Peiniger: Manuel C. war seit Stunden in der Stadt unterwegs, trank aus Frust über einen Streit mit seiner Verlobten mehrere Flaschen Bier und hatte davon noch reichlich dabei. „Sie war eine gute Zuhörerin. Bei ihr hatte ich das Gefühl, mich öffnen zu können. Wir tranken Bier und rauchten Zigaretten“, sagt C. aus. Ihm zufolge hatte aber Susanne und nicht er selbst die Idee, über die Friedhofsmauer zu klettern.

Susanne wusste um die kriminelle Vergangenheit ihres Begleiters. In ihrer Vernehmung, die per Video eingespielt wurde, hatte sie geäußert: „Er hat gesagt, dass er im Gefängnis saß, weil er sein Kind verteidigen wollte.“ Kurze Zeit später soll es zu der Tat gekommen sein. Mit einer Spritze stach Manuel C. Susanne in den Hintern. „Ich hatte Angst, es tat richtig weh“, sagt das Opfer. Sie versuchte, ihrem Peiniger zu entkommen – doch der ließ nicht locker. „Ich wollte weg, er kam hinterher, hat mich auf den Boden geschmissen. Er hat mir die Hose runtergezogen und angefangen“, sagt sie.

Manuel C. beteuert dagegen seine Unschuld! „Ja, wir hatten Sex“, gibt er zu. „Aber es war einvernehmlich. Wir hatten ein nettes Gespräch. Dann nahm alles seinen Lauf, aber ohne Gewalt“, betont er. Dann die plötzliche Wende: „Auf einmal sagte sie, sie habe einen Freund und ist mit 13 Jahren vergewaltigt worden.“ Als sich C. anschließend an der Friedhofsmauer erleichterte, konnte Susanne fliehen.

Im Prozess steht Aussage gegen Aussage. Bei einer Verurteilung muss Manuel C. mit jahrelanger Haft rechnen. Das Gesetz sieht für Wiederholungstäter bis zu 15 Jahre Knast mit Sicherungsverwahrung vor. Urteil am 29. Januar.

Johannes Heininger

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