Viehhof-Areal

So markant wird der Neubau fürs Volkstheater

Perspektive vom Zenettiplatz: Den Haupteingang des neuen Volkstheaters an der Tumblingerstraße soll ein markanter Torbogen zieren.

Das neue Volkstheater hat ein Gesicht, der Siegerentwurf steht fest. Kommende Woche soll im Stadtrat das weitere Vorgehen für das Projekt festgezurrt werden. Der Betrieb auf dem neuen Areal soll 2021 starten.

München - Das Schlachthofviertel hat seinen Charme bewahrt. Bunt durchmischt die Bewohnerstruktur, ungezwungen die Atmosphäre. Hier ist man in den Läden schnell beim „Du“ und „Servus“. Nicht umsonst hat Christian Stückl, Intendant des Volkstheaters, den Standort als ideal gepriesen. Klar ist aber auch: Die Bebauung des 71.000 Quadratmeter großen Viehhofareals wird das Viertel verändern. Doch nicht zum Nachteil, wie die Stadt glaubt. Vielmehr sollen der Charme bewahrt und neue Potentiale gehoben werden. Das Volkstheater wird das neue Herzstück des ehemaligen Viehhofs, der seit 2006 stillgelegt ist. Ein Generalunternehmer soll das Projekt auf Basis des Architekturentwurfs schlüsselfertig übergeben. Bevor der erste Spatenstich erfolgt, müssen die Verträge mit dem Planer ausgearbeitet werden.

Die Architektur des Siegerentwurfs überzeugte die Jury, weil sie „den umfangreichen Theaterkomplex sehr gut in den Stadtraum einbindet“, wie es in der Begründung heißt, die unserer Zeitung vorliegt. Der Eingang ist an der Tumblingerstraße situiert und öffnet sich markant mit einem Torbogen. Die Fassade besteht aus Sichtziegeln, ähnlich der umgebenden Bebauung. Außerdem ist eine separate Gastronomie mit Biergarten geplant. Das neue Theater soll wie am jetzigen Standort an der Brienner Straße eine große Bühne mit 600 Sitzplätzen bekommen. Zudem ist ein zweiter Saal mit 200 bis 250 Zuschauerplätzen sowie ein Multifunktionsraum für 100 Besucher geplant. Der Kostenrahmen beträgt 130 Millionen Euro. Ungewöhnlich: Die Jury bekam die Namen der am Wettbewerb teilnehmenden Planungsbüros nicht zu Gesicht.

Der Zeitdruck ist enorm

Neben dem Theater sollen in den kommenden Jahren auf dem Geviert zwischen Zenetti-, Thalkirchner- und Tumblingerstraße 400 bis 450 Wohnungen entstehen, das bestehende Gewerbe soll integriert werden. Im südlichen Teil des Viehhofgeländes ist eine 18.500 Quadratmeter große Grünfläche vorgesehen. Der Zeitdruck ist enorm. Der Mietvertrag des Volkstheaters an der Brienner Straße mit dem Bayerischen Fußballverband (BFV) läuft Ende 2020 aus. Eine Fertigstellung des Neubaus bis dahin gilt als unwahrscheinlich. Allerdings ist davon auszugehen, dass eine Verlängerung des Vertrags mit dem BFV möglich sein dürfte.

Im Stadtrat stößt der Entwurf auf positive Resonanz. Stadträtin und Jury-Mitglied Ulrike Boesser (SPD) sagt, das Konzept sei funktional und städtebaulich eindeutig das beste gewesen. „Und der Entwurf war auch nicht der teuerste.“ Grünen-Fraktionschef Florian Roth findet, das Gebäude habe eine Verbindung zum Stadtteil, dennoch weise es eine gewisse Prägnanz auf, die sich abhebe. Zusammen mit dem in der Nähe geplanten „Haus des Humors“, das auch Kabarettist Gerhard Polt unterstützt, mache das Volkstheater das Viertel spannender. Richard Quaas, Kultur-Sprecher der CSU, sagt zum Siegerentwurf: „Ausmaße und Raumprogramm sind gut umgesetzt. Ich glaube, dass es den Erwartungen des Theaters und des Publikums entspricht.“

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