Alexander Miklosky starb im Alter von 68 Jahren

Vorkämpfer für die Rechte von Homosexuellen

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Alexander Miklosy starb im Alter von 68 Jahren.

Die Münchner Schwulen- und Lesben-Szene trauert um einen prominenten Vorkämpfer. Alexander Miklosy hat den Kampf gegen den Krebs verloren, er starb am Mittwoch.

Im November leitete er noch die Bürgerversammlung des Stadtbezirks Ludwigs-/Isarvorstadt. Dort war er tief verwurzelt, dort war er zuhause, dort kämpfte er für die Menschen. Seinen eigenen Kampf gegen den Krebs hat er verloren – am Mittwoch ist Alexander Miklosy im Alter von 68 Jahren gestorben.

Kaum ein anderer hat die Geschichte der Rosa Liste so geprägt wie der ruhige, verbindliche Miklosy mit seinem feinen Humor, seiner charmanten Art. Die Partei schrieb gestern über einen „Mitstreiter und Vorkämpfer, der für die Sichtbarkeit und Akzeptanz von Schwulen und Lesben und die Erfolgsgeschichte der LGBTI-Community der letzten Jahrzehnte viel getan hat“. SPD-Stadtrat Christian Vorländer sagte: „Wenn er für etwas gekämpft hat, war er immer sehr leidenschaftlich.“

Sie nannten Miklosky auch den „Viertelbürgermeister“

Das tat er auch für den Stadtbezirk – und zwar mit einer Begeisterung, dass Parteifreunde ihn liebevoll Viertelbürgermeister nannten. „Er hatte eine klare Einstellung, jeder in seinem Viertel sollte möglichst gut leben können“, sagt Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl. Für die Menschen focht Miklosy. Und manchmal auch mit ihnen, aber stets mit dem Florett, nie mit dem Säbel.

Miklosy besuchte die Bazeilles-Volksschule in Haidhausen, absolvierte 1969 sein Abitur am Theresiengymnasium. An der LMU machte er seinen Abschluss als Diplom-Forstwirt. Er bekannte sich zu seiner Homosexualität, lebte seit 1986 mit seinem Freund Walter zusammen. Diese Partnerschaft wurde im Jahr 2005 offiziell eingetragen. Sein Freund besuchte ihn noch im Krankenhaus Bogenhausen, wo der 68-Jährige die letzten 14 Tage verbrachte. „Sein Mann hat Abschied nehmen können“, berichtet Niederbühl.

1990 war Miklosy Mitbegründer des Lokalradios Lora. 1996 schloss er sich der Wählervereinigung Rosa Liste München an. Im selben Jahr wurde er in den Bezirksausschuss (BA) Ludwigs-/Isarvorstadt gewählt. Seit 2002 leitete Miklosy das Gremium – über alle Parteigrenzen hinweg anerkannt. Im September teilte er seinen Parteifreunden mit, dass er eine Chemotherapie machen muss. „Er war optimistisch, hat auch noch den Kommunalwahlkampf geplant“, erinnert sich Niederbühl. „2020 wollte er wieder antreten.“

Die Nachricht vom Tod des BA-Chefs sorgte gestern in allen Fraktionen für Trauer. Grünen-Stadtrat und BA-Mitglied Paul Bickelbacher würdigte Miklosy als Brückenbauer. Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) sprach von einem herben Verlust für die Stadtgesellschaft. OB Dieter Reiter (SPD) zeigte sich betroffen: „Ich habe ihn sehr geschätzt. Die Stadt verliert einen engagierten Politiker.“ Und einen Kämpfer. 

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