Freistaat finanziert erste Planungsschritte

Weichen für Mega-Bahnhof an der Poccistraße gestellt

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Mit einem Regionalhalt an der Poccistraße würden nach über 30 Jahren wieder Züge im Münchner Süden halten. Davon profitieren vor allem Pendler aus Rosenheim, Mühldorf oder Wasserburg.

München - Der geplante Regional-Bahnhof an der Poccistraße nimmt Formen an. Einen Halt im Süden gibt es seit 1985 nicht mehr, damals schloss der Bahnhof München Süd.

Bald gibt’s hier ein Halten mehr! Der Regional-Bahnhof an der Poccistraße nimmt Formen an. Laut einer Vorlage der Stadtverwaltung wird der Freistaat die Kosten für die ersten Planungsschritte übernehmen. Wegen des Geldes hatte es zuvor Zoff gegeben.

Einen Halt im Süden gibt es seit 1985 nicht mehr, damals schloss der Bahnhof München Süd. An der Poccistraße könnten mit einem neuen Stopp auf dem Südring Regionalzug-Pendler aus Rosenheim, Mühldorf oder Wasserburg rascher in die U-Bahn und so zum Sendlinger Tor oder zum Marienplatz kommen.

Ursprünglich hatte der Freistaat den Südring als Alternative zum 2. Tunnel für die S-Bahn-Stammstrecke untersucht. Doch bislang gilt das als zu wenig rentabel. Stattdessen taucht der Regionalhalt Poccistraße in einem Konzept zur Verbesserung der Bahnstrecken auf. „Das Ministerium ist da auch in der Verantwortung, es wächst ja nicht nur die Stadt, es wachsen auch die Umlandgemeinden“, sagt Verkehrs-Experte Johann Sauerer (CSU).

Und dieser Verantwortung kommt man nun offenbar nach. Der Freistaat finanziert die ersten zwei von neun Planungsschritten. Verknüpft werden soll der Bau der Haltestelle mit der Erneuerung der altersschwachen Eisenbahnbrücke. Doch die wird wohl nicht vor 2020 saniert. Und das alles müsste zudem mit der Sanierung des ­U-Bahnhofs abgestimmt werden. Der muss spätestens in fünf Jahren renoviert werden. Das wird eine Mega-Baustelle!

Bis Ende des vergangenen Jahres hatte der Freistaat die Stadt noch aufgefordert, die Hälfte der Planungskosten zu übernehmen. Die Rede ist von 600.000 Euro. Das Rathaus lehnte das ab. Der Zugverkehr sei Sache des Landes, nicht der Kommune, hieß es.

Ob das Land nach den ersten Planungen dann abermals mit Forderungen auf die Stadt zukommt, ist unklar. Ebenso, ob der Regionalhalt möglicherweise doch auch für S-Bahnen dienen kann. Die Verwaltung zumindest will sich diese Variante offenhalten.

Der Südring wird derzeit von der S20 genutzt, aber auch schon mal als Ausweichroute, etwa für die S8. Laut Vorlage wäre durchaus möglich, dass Regio- und S-Bahnen sich den Halt auf Höhe der Lindwurm-Überführung teilen. Problematisch sind jedoch die Einstiegshöhen. Für Regio-Züge reichen die bestehenden 76 Zentimeter, die S-Bahn bräuchte 96. Auf den Bau eines Bahnsteiges für die S-Bahn will das Planungsreferat aber aus Zeitgründen verzichten.

Was passiert dann am Sendlinger Tor?

Prognosen zufolge würden etwa 7700 Zug-Passagiere am Tag die neue Haltestelle nutzen, 3700 davon würden in die U3 oder U6 ­umsteigen. Beide Linien sind ohnehin schon stark genutzt – droht also der Kollaps? Experten sagen: Nein. Es werde eine leichte Entlastung zwischen Marienplatz und Poccistraße geben (täglich rund 2500 Fahrgäste weniger), bliebe in Summe ein kleines Plus von 1200 Menschen pro Tag (bei einer Gesamtbelastung von 205.300 zwischen Sendlinger Tor, Foto, und Goetheplatz).

Sascha Karowski

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