Veranstaltung am Vater-Rhein-Brunnen

Zoff beendet: Geht der Kulturstrand wieder an die Urbanauten?

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Wir wird heuer der Herr am Vater-Rhein-Brunnen? es sieht so aus,l als bekäme Benjamin David das Projekt zurück. 

Der Zoff um den Kulturstrand scheint beendet: Nach Informationen unserer Zeitung wird Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) dem Stadtrat am Dienstag vorschlagen, die Veranstaltung am Vater-Rhein-Brunnen an die Urbanauten zu vergeben.

München - Der Veranstalter hat mit 89 von 100 möglichen Punkten die beste Bewertung erhalten. 69 Punkte erhielten Zehra Spindler und ihre Urban League. Auf dem dritten Platz mit 33 Punkten findet sich abgeschlagen die Münchner Stadtmedien GmbH wieder, die alljährlich das Kino-Open-Air im Olympiapark organisiert. 

David klagte und bekam Recht

Das war im Vorjahr noch anders. Damals hatte das Referat den Strand erstmalig Spindler und ihrer Urban League zugesprochen. Der unterlegene Benjamin David klagte sodann wegen des Vergabeverfahrens. Der Verwaltungsgerichtshof gab ihm Recht.

Zwar durfte Spindler den Strand trotzdem veranstalten, das KVR jedoch musste sein Auswahlverfahren ändern. Nun gibt es ein detailliertes Punktesystem. Auch muss zusätzlich der Stadtrat über den Vorschlag der Behörde abstimmen. Dies soll nun am Dienstag erfolgen. Stimmt das Gremium zu, wäre das dreimonatige Fest im Stadtbezirk Altstadt-Lehel bis zum Jahr 2019 wieder in den Händen seiner Erfinder. Dass es so kommt, gilt als sehr sicher. Zwar wollte sich weder von den Grünen noch von der SPD jemand öffentlich äußern. Bei den Genossen war jedoch im Vertrauen zu erfahren, dass es keine Argumente gegen die Urbanauten gebe. Das gleiche sagt auch die stellvertretende Vorsitzende der CSU-Fraktion, Kristina Frank: „Ich gehe davon aus, dass alle zustimmen werden. Es ist die Vorlage eines SPD-Referenten und es gibt ein deutliches Ergebnis.“

Im vergangenen Jahr bestritten Zehra Spindler und ihre Urban League den Kulturstrand. 

Bewertet hat das Kreisverwaltungsreferat die Konzepte der drei Bewerber unter anderem nach den Kriterien wie dem kulturellen Angebot, der Originalität und dem Schutz der Anwohner vor Lärm. Die Urban League heimste in nahezu allen Kategorien weniger Punkte ein als die Urbanauten.

Lesen Sie auch: Wegen des Kulturstrands - Dauer-Zoff im Stadtrat

Dass die Urbanauten zum Zug kommen, gilt als sicher

Benjamin David wollte das Ergebnis gestern nicht kommentieren. „Die Entscheidung hat der Stadtrat, und mich jetzt zu äußern, wäre vermessen.“ Spindler unterdessen nimmt die Bewertung sportlich: „Alles hat Vor- und Nachteile. Wenn es so ausgeht, freue ich mich darauf, den Sommer mit anderen Aktivitäten zu verbringen.“ Zwar hätte sie den Strand gerne weiter organisiert, gegen das Verfahren nun aber gerichtlich vorgehen, so wie es die Urbanauten im vergangenen Jahr taten, möchte sie nicht. „Ich vertraue dem KVR“, sagt Spindler.

Kulturstrand-Erfinder Benjamin David musste die Veranstaltung 2016 zum ersten Mal abgegebn. Mit einer Klage erwirkte er jetzt eine Änderung des Vergabeverfahrens. 

Insgesamt hatten dieses Jahr fünf Veranstalter Bewerbungen für den Vater-Rhein-Brunnen eingereicht. Real München um den Kulturveranstalter Tuncay Acar hatte die Unterlagen laut KVR zu spät eingereicht und schied damit direkt aus. Er selbst sah das anders und fühlte sich von der Stadt aus dem Rennen geworfen. Ein weiterer Bewerber wurde wegen mangelnder Referenzen als Veranstalter ebenfalls umgehend abgelehnt.

A. Schall, S. Karowski

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