Antrag von FDP und Bayernpartei

Lücke im 365-Euro-Ticket: Stadträte fordern, kurze Distanzen von Schulkindern zu fördern

Es gibt Kritik am 365-Euro-Ticket.
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Es gibt Kritik am 365-Euro-Ticket.

Der Ärger rund ums 365-Euro-Ticket für den MVV reißt nicht ab. FDP und Bayernpartei im Stadtrat beklagen jetzt eine „Gerechtigkeitslücke“ bei der günstigen Fahrkarte für Schüler und Auszubildende.

Durch das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende ist laut FDP und Bayernpartei im Münchner Stadtrat eine Gerechtigkeitslücke entstanden. Denn Schulkinder, die weniger als drei Kilometer von ihrer Schule entfernt wohnen, hätten keinen Anspruch auf das Ein-Euro-Ticket. Die Stadtratsfraktion will das mit einem Antrag ändern.

Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf Anfrage ausführt, bekommen Grundschüler, die mehr als zwei Kilometer von der nächstgelegenen Schule entfernt wohnen, sowie Schüler, die mehr als drei Kilometer von der nächstgelegenen weiterführenden Schule entfernt wohnen, ihre Fahrkarten über den Kostenträger erstattet, also von der Stadt. Die Kostenträger wiederum erhalten ihre Ausgaben vom Freistaat Bayern erstattet.

Schüler, die allerdings näher an ihren Schulen wohnen, bekommen laut den Stadträten gar nichts und müssten auch alle Tickets in der Freizeit selbst bezahlen. Denn das neue 365-Euro-Ticket gilt eben nicht nur wie früher für den Schulweg, sondern darf eben auch in der Freizeit genutzt werden. „Da sollte eine Gleichbehandlung erfolgen, sowohl für den Schulweg als auch für Fahrten in der Freizeit. Deshalb soll das kostenlose Ticket unabhängig von der Entfernung zur Schule gelten“, fordern die Stadträte Jörg Hoffmann, Gabriele Neff, Fritz Roth und Richard Progl in einem Antrag.

Wie berichtet, hatten Linkspartei und weitere Initiatoren am Montag ein Bürgerbegehren für ein stadtweites 365-Euro-Ticket gestartet. Das würde dann allen Münchnern zugute kommen.

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