Prozess um aufblasbaren Regenschirm

Luftnummer: Fiel Schumis Ex-Manager auf Betrüger rein?

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Rolf V. mit Anwalt (l.) - fiel Willi Weber (r.) auf einen Betrüger herein?

München - Mit Patenten wollte er reich werden, aber seine Geschäfte führten Rolf V. (52) auf die Anklagebank des Landgerichts. Der Kaufmann ist wegen Betrugs angeklagt!

Rolf V. wollte einen selbst aufblasbaren Regenschirm entwickeln und massenweise im Handel anbieten. Dabei soll er seine Geschäftspartner aber reihenweise um Geld geprellt haben. Ihr Geld gab er laut Anklage einfach privat aus, statt es in die Produktentwicklung zu investieren.

Willi Weber (72), der ehemalige Manager von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher (46), gehört zu den prominentesten Opfern des Falls. Ihm verkauft Rolf V. im August 2008 ein Patentrecht (Wert: 71 400 Euro). Es gilt für einen chemischen Volumenerzeuger, also den Aufblasemechanismus. Das Patent für den Schirm hielt Rolf V. selbst. „Ich habe an meine Idee geglaubt“, sagt er.

Diesen Glauben hatte ursprünglich auch Weber. Er sagt der tz: „Es wäre eine sehr charmante Sache gewesen. Wäre. Wenn alles so gestimmt hätte, wie der Mann sagte …“

Aber es habe Probleme gegeben, die Sache sei nicht vorangegangen. Später, so sagt Weber, habe er mit seiner Firma versucht, „die Patente weiterzuveräußern. Das war aber nicht möglich. Wir haben erfahren, dass notwendige Gebühren nicht bezahlt worden waren.“

Willi Weber am Freitag als Zeuge vor Gericht

Immerhin: Grundsätzlich wäre ein solcher selbst aufblasbarer Schirm funktionsfähig. Im Gerichtsaal führt V. sogar einen Prototypen vor. Verpackt ist er so klein wie eine Scheibe Toast, in Sekunden bläst er sich zur vollen Spannweite auf. „Herrn Weber hat das aber zu lange gedauert“, erzählt Rolf V. Aufwendig sucht er einen Modellbauer, bringt den Schirm aber nie wirklich in die Produktion. Auf seinen Kosten bleibt Geschäftspartner Weber deshalb sitzen. Auch sieben weiteren Investoren geht es so.

Nach seiner Verhaftung hat V. das Geld teilweise zurückgezahlt, insgesamt verursachte er aber 115.000 Euro Schaden. Bei Willi Weber stehen noch 54.900 Euro aus, rechnet Richter Peter Noll vor. Und sagt: „Wenn Herr Weber das Patent gekauft, aber sich nicht weiter darum gekümmert hat, ist er selbst schuld.“

Für Freitag ist der Ex-Manager als Zeuge geladen. Rolf V. ist teilweise geständig. Dennoch drohen ihm bis zu vier Jahre Haft. Urteil am 20. März.

A. Thieme, U. Heichele

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