Vorschlag im Stadtrat

Luftige Idee: Mit der Seilbahn über das Isartal

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Luftige Idee: Mit einer Seilbahn übers Isartal - nach einem Vorschlag der Fraktion der Grünen und der Rosa Liste im Stadtrat soll genau das möglich sein.

München - Luftige Idee: In zehn Minuten von Englschalking zum Messegelände? Mit einer Seilbahn über München soll genau das möglich sein. Diesen Vorschlag hat die Fraktion Die Grünen und Rosa Liste im Stadtrat gemacht.

Die S-Bahnen im Stadtgebiet sind - gerade zu den Pendler- und Stoßzeiten - heillos überfüllt, die zweite Stammstrecke lässt sicher noch einige Zeit auf sich warten. Deswegen hat sich die Fraktion aus den Grünen und der Rosa Liste im Stadtrat etwas ganz Neues überlegt: eine Seilbahn, die über München schwebt.

Die Fraktion hat bereits einen entsprechenden Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gestellt. Demnach soll die Verwaltung die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit prüfen. Und dabei auch feststellen, ob sich eine Seilbahn in das bestehende MVV-Netz integrieren lässt.

Seilbahn: Mögliche Station am Zoo

Doch wie soll das neue Verkehrskonzept über den Dächern der Stadt aussehen?

Paul Bickelbacher, Sabine Nallinger und Herbert Danner, die den Antrag unterschrieben haben, sehen die Integration ins Tarifsystem an zwei Stellen in München. Eine Luftbahn soll vom S-Bahnhof Englschalking, in der Nähe des Flughafens, zum S-Bahnhof Riem fahren und dann weiter zur Messe München schweben. Hier könnte nach Vorstellung der Stadtratsmitglieder auch die U2 Richtung Messestadt West angebunden werden.

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Eine zweite Seilbahn könnte von der U-Bahn-Station Thalkirchen parallel zur Tierparkbrücke - vielleicht auch mit einer Station am Zoo - und weiter die Isarhangkante hinauf nach Harlaching fahren. An dieser Stelle können sich die Räte auch eine Anbindung an die Tramlinien 15 und 25 vorstellen. Oder alternativ eine Route von Obersendling zum Krankenhaus Harlaching.

Ob Seilbahnen in München überhaupt möglich sind, muss allerdings zuerst geprüft werden. Dabei stehen verschiedene Fragen zur Diskussion, etwa, ob es generell erlaubt ist, über Grundstücke zu fahren. Im Isartal käme außerdem ein landschaftsästhetischer Aspekt dazu, wie die Antragsteller schreiben. Sollten jedoch alle diese Punkte einer Prüfung standhalten, dann könnte die Seilbahn in den Münchner Nahverkehrsplan mit aufgenommen werden.

Erlebniswert der Seilbahn ist besonderer Reiz

Die Fraktion begründet ihren ungewöhnlichen Antrag so: "Bei besonderen Problemlagen sind Seilbahnen geeignet, das aus S-/U- und Trambahnen sowie Bussen (und in gewisser Weise Taxen) bestehende öffentliche Verkehrssystem sinnvoll zu ergänzen." Seilbahnen seien aber nicht nur ein reines Fortbewegungsmittel - wegen ihres "Erlebniswertes" hätten sich zudem auch einen ganz besonderen Reiz für die Pendler und sämtlich Nutzer des MVV.

Weiter heißt es im Antrag: "Die Investitions- und Betriebskosten sollten in einem Rahmen sein, der eine tarifliche Integration in den MVV-Tarif ermöglicht, da die Seilbahn nur dann als vollwertiges Öffentliches Verkehrsmittel betrachtet werden kann. Eine Seilbahn von Englschalking über Riem zum Messegelände mit einer Fahrzeit von circa zehn Minuten verbessert die Verbindung vom Flughafen zur Messe erheblich und schafft auch eine Verbindung von der S2 zur Messestadt."

Eine Seilbahn ist laut Fraktion ähnlich leistungsfähig wie eine Tram, bräuchte allerdings keine kostspieligen Brücken- und Tunnelbauwerke. "Zudem kann man, wenn keine Messe stattfindet, einfach die halbe Zahl der Gondeln einhängen. Wenn die Seilbahn ab Riem dem Straßenzug An der Point folgt, dürfte eine Streckenführung ohne die Überfahrung von Wohngrundstücken möglich sein.

Eine Seilbahn vom U-Bahnhof Thalkirchen oder von Obersendling nach Harlaching löst das Problem, dass südlich der Brudermühlbrücke wegen der geringen Belastbarkeit der Tierparkbrücke kein öffentliches Verkehrsmittel die Isar queren kann und ein Regionalzughalt Menterschwaige bisher abgelehnt wurde. Die Seilbahnfahrt über den Zoo bzw. das Isartal wäre äußerst attraktiv. Große Bedeutung hat die Einbindung in das ÖV-Netz in Harlaching (u.a. die Verbindung zum Krankenhaus Harlaching). Angesichts des sensiblen betroffenen Landschaftraums müsste mit einer Visualisierung die Unbedenklichkeit nachgewiesen werden."

Über das abgehobene Konzept entscheidet nun der Stadtrat.

Patricia Kämpf

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