Luxus-Tony: So lief sein mieses Millionen-Geschäft

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Für bis zu 30 Prozent unter Listenpreis bot Tony I. seine Autos an.

München - Er hat für zig Millionen Euro Luxuslimousinen verkauft, und Hunderte Kunden betrogen. Nun muss Luxus Tony sich vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt mit einem großen Fragezeichen...

Kann es sein, dass jemand für zig Millionen Euro Luxuslimousinen verkauft, Darlehen in Millionenhöhe einsammelt, dabei Hunderte Kunden belügt und betrügt – aber für sich selbst keinen müden Euro zur Seite schafft?

Diese Frage und der Fall des Tony I. (36) beschäftigt seit gestern die Wirtschaftskammer am Landgericht München II unter Vorsitz von Martin Rieder. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kfz-Händler aus Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) Betrug und unerlaubte Bankgeschäfte vor – in 766 Fällen! Geschätzter Schaden: knapp 39 Millionen Euro!

Glaubt man Tony I., dann begann das Drama seines Lebens mit einer Geldanlage, die sich als Flop entpuppte. Den eigenen Verlust hätte Tony I. dabei vielleicht sogar noch akzeptiert, doch für die Anlage hatten seine Eltern sogar ihr Haus verpfändet. Also unternahm er alles, um den Verlust wieder wettzumachen – und begann Autos zu verkaufen. Zu unglaublichen Konditionen: Teilweise gewährte er bis zu 30 Prozent Rabatt, obwohl er selbst nur zehn Prozent bekam! Das sprach sich schnell herum.

Wie bei einem Schneeballsystem

Schließlich rannten ihm die Interessenten regelrecht die Tür ein. Tony I. kassierte per Vorkasse ab, und lieferte sechs Monate später aus – wie bei einem Schneeballsystem hielt er so alles am Laufen. Bald kamen auch noch Darlehensgeschäfte dazu. Tony I. lockte mit 60 Prozent Rendite in sechs Monaten. Da er die Zinsen auszahlte, brummte auch dieses Geschäft. Bis Sommer 2011 – als plötzlich der Staatsanwalt vor der Tür stand.

Zu diesem Zeitpunkt konnte Tony I. die verkauften Autos schon nicht mehr ausliefern. Von den vielen Millionen ist kein Cent mehr da …

Der Prozess geht weiter.

WdP

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