Diskussion um neuen Standort

Macht Stückl bald am Schlachthof Theater?

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Bis 2020 ist das Volkstheater und Intendant Christian Stückl in der Brienner Straße daheim. Doch was passiert danach? Umbau oder Umzug?

München - Fällt für das Volkstheater in der Brienner Straße 2020 der letzte Vorhang? In Aufsichtsrat und städtischen Gremien werden derzeit diverse Alternativ-Standorte diskutiert.

Wie die tz erfuhr, ist einer der heißen Anwärter der alte Viehhof an der Ecke Zenetti-/Tumblingerstraße. Macht Intendant Christian Stückl (51) bald im Schlafhofviertel Volkstheater?

Christian Stückl

„Das zu sagen, ist noch zu früh“, betont der erfolgreiche Theatermann auf tz-Anfrage. „Aber Fakt ist, dass wir uns frühzeitig Gedanken machen müssen über die Zukunft unseres Hauses über das Jahr 2020 hinaus.“ Der Standort an der Brienner Straße sei sehr gut, betont er. „Aber er ist eben auch mit einigen Fragezeichen behaftet.“ Und wenn man einen Alternativ-Standort suchen müsse, stellt er klar: „Ein Volkstheater gehört nicht an den Stadtrand, sondern ins Zentrum.“ Und deshalb sei der Schlachthof schon eine gute Adresse.

Das Areal liegt als freie Fläche da. Dabei wollte die Stadt als Eigentümerin den Viehhof einmal zu Geld machen, um den neuen Großmarkt zu finanzieren. Derzeit wird dort im Sommer bei einem Freiluftkino Kulturluft geschnuppert.

Mit dem Volkstheater in der Brienner Straße gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit dem Brandschutz und beengtem Platz. Mittlerweile sind Lagerflächen für Requisiten und Bühnenbild hinzugekommen. „Allerdings alles zur Miete“, betont Stückl. Das Haupthaus gehört dem Bayerischen Fußballverband, weitere Flächen besitzen sechs Privatleute. Die 1200 Quadratmeter kosten pro Monat 25 000 Euro. Was nach 2020 passiert, weiß keiner. „Spätestens dann muss eine Lösung gefunden sein“, weiß auch 3. Bürgermeister und Aufsichtsratschef Hep Monatzeder. Mehr als ein „Es gibt jede Menge Optionen“ will er nicht verraten.

Dennoch: Der Schlachthof ist eine der heißesten Varianten. Während an der Brienner Straße aufwendig umgebaut werden müsste, könnte dort ein ganz neues Haus entstehen. Am Montag ist Stückl auf Fraktionsbesuch bei SPD, CSU und Grünen. „Da geht es generell um den Betriebsmittelzuschuss, aber natürlich auch um die Zukunft des Hauses und die Standortfrage.“

Darum, dass das beliebte Volkstheater (die zwei Säle mit 535 und 100 Plätzen sind derzeit mit satten 90 Prozent ausgelastet) auch über 2020 hinaus eine sichere Heimat hat – im Herzen der Stadt und vielleicht im Schlachthofviertel.

Stefan Dorner, David Costanzo

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