Guad oder pervers? Leberkas mit Spargel

München - Leberkas mit Spargel? Das hört sich in der Tat komisch an. Am Hauptbahnhof gibt's das verrückteste Gericht des Jahres. Die tz hat den Test gemacht.

Hunger ist der beste Koch, sagt man. Oder aber auch die Neugier. Denn was man derzeit beim Rubenbauer im Hauptbahnhof auf einer Tafel lesen kann, darf erst mal schon erstaunen bis erschüttern: „Portion Spargel mit Salzkartoffeln, dazu warmer Leberkas und Sauce Hollandaise abgeschmeckt mit süßem Senf, 17,90 Euro.“

Jawohl, richtig gelesen. Und weil wir die Kombination Königin des Gemüses – Roastbeef bavarese noch nie gelesen haben und uns in den kühnsten Kulinarik-Träumen nicht vorstellen konnten, machte die tz den Selbstversuch. Wir haben probiert – und nicht kapituliert!

„Es ist schon eine eigenartige Kombination, aber es harmoniert ganz gut“, sagt unsere Test-Esserin Susanne Hartung. „Vor allem die Hollandaise mit ihrer süßen Senf-Note hat was, aber auch die Kombination mit dem Leberkas klappt viel besser als erwartet.“

tz-Testesserin Susanne Hartung

Kreiert hat die Kombi kein Geringerer als der Rubenbauer- Geschäftsführer Karlheinz Reindl, Schwiegersohn des Firmengründers Josef Rubenbauer. Tagsüber mag das Geschäft mit „Leberspargel“ nicht so laufen, sagt eine der Bedienungen, Herr Krolo: „Ich habe in den zwei, drei Wochen seit Beginn der Spargelsaison tagsüber erst zwei Essen verkauft. Aber meine Schicht geht nur bis 14.30 Uhr, abends sieht das wohl anders aus. Fragen Sie mal den Koch.“

Recht hat er: Amar Lachheb (51) erzählt, dass zu späterer Stunde „schon bis zu zehn Portionen verkauft werden“. Und wer sind die Kunden? „Deutsch und international – alles Menschen, die süßen Senf mögen. Und das nicht nur zu den Weißwürsten.“

Matthias Bieber 

Rubriklistenbild: © bieber

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