Airbus A 380 war auf dem Weg von Dubai nach New York

Mädchen krank - zwei Stunden ungeplanter Zwischenstopp in München

+
Der Airbus A380 beim Landeanflug auf München.

Knapp 14 Stunden braucht der Superflieger Airbus A 380 für die Strecke von Dubai nach New York – normalerweise ohne Zwischenstopp.

Am Sonntag aber musste der Pilot des Emirates-Flugs EK 201 auf dem Weg von Dubai nach New York eine außerplanmäßige Landung am Münchner Flughafen einlegen. Grund: Ein Notfall. Ein krankes Kind an Bord musste dringend behandelt werden!

Gegen 12 Uhr mittags meldete sich der Pilot im Tower im Erdinger Moos. An Bord der mit rund 500 Personen voll besetzten Maschine war ein krankes neunjähriges Mädchen. Es soll sich angeblich mehrmals erbrochen haben. Nach Rücksprache mit der arabischen Fluggesellschaft stand fest: Das Mädchen sollte sicherheitshalber ärztlich versorgt werden – und zwar so schnell wie möglich.

Sofort griff am Flughafen ein Rädchen ins andere. Schleunigst musste für den Airbus eine Lücke im Flugplan gefunden werden. Um 13.11 Uhr stoppte der Riesenvogel auf dem Vorfeld des Terminals 1. Das Kind wurde mit dem am Flughafen stationierten Polizeihubschrauber Edelweiß in eine Münchner Kinderklinik geflogen. Ein echtes Spektakel: Auf den Zufahrtsstraßen stellten Schaulustige ihre Autos ab, die Polizei musste sie zum Weiterfahren auffordern.

Die Emirates-Maschine ist der erste A 380 im Besitz der arabischen Fluggesellschaft und gerade einmal seit zwei Wochen im Einsatz. München ist neben Frankfurt, Hamburg und Leipzig einer von vier Flughäfen, auf denen der Riesenvogel in Deutschland landen kann. Warum ausgerechnet München? „Wahrscheinlich lag München am nächsten auf seiner Route“, sagt Flughafensprecher Peter Prümm. „Vielleicht hat auch die Infrastruktur eine Rolle gespielt.“ München ist mit Kinderkliniken – wie etwa dem Haunerschen Kinderspital oder der Kinderklinik Schwabing – gut versorgt.

Es war der zweite ungewöhnliche Vorfall am Münchner Airport an diesem Wochenende: Bereits am Samstagnachmittag musste ein Lufthansa-Airbus A 320 notlanden. Der Pilot der mit 139 Passagieren besetzten Maschine, die auf dem Weg von London ins Erdinger Moos war, meldete einen Hydraulikschaden an einem der Triebwerke. Die Maschine setzte um kurz nach 14 Uhr sicher auf und wurde in den Wartungsbereich geschleppt. Für die Passagiere des Superfliegers A 380 ging die Reise am Sonntag erst nach knapp zwei Stunden Unterbrechung weiter: Gegen 15 Uhr startete die Maschine wieder Richtung New York.

Laut Flughafen werde die Gebühren für Landung und Start wie in solchen Fällen üblich zwar zunächst der Fluggesellschaft in Rechnung stellen, ob diese die Summe dann von der Familie des Kindes zurückfordere, wegen dessen Erkrankung die Zwischenlandung nötig wurde, sei offen. Durch den Großeinsatz am Sonntag auf dem Flughafen seien Kosten in fünfstelliger Höhe entstanden. “Das wichtigste ist aber die Gesundheit des Kindes“, sagte der Sprecher.

Lesen Sie auch:

Größtes Flugzeug der Welt wird „München“ heißen

Lufthansa-Jet muss notlanden

Der Riesen-Flieger mit den vielen Superlativen

Der Airbus A 380 ist das bisher größte Passagierflugzeug der Welt! Am Flughafen München schwebte die gewaltige Maschine mit ihren vier Triebwerken erstmals am 28. März 2007 ein. Der Airport hatte als erster europäischer Flughafen 2004 die Zulassung für den Verkehr mit Maschinen wie dem A 380 bekommen. Sie könnten am Terminal 2 parken – tun es aber noch nicht.

Der A 380 hat zwei durchgängige Passagierdecks. Der Rumpf ist 7,15 Meter breit und 8,40 Meter hoch. Die Flügelspannweite beträgt 79,8 Meter. Bei einem maximalen Startgewicht von 560 Tonnen dürfen darin 555 Passagiere Platz nehmen. 15 000 Kilometer kann die Maschine am Stück fliegen und dabei eine Höhe von 13 100 Metern erreichen. Laut der Lufthansa ist der Airbus A 380 sogar umweltfreundlich, weil er pro Passagier und 100 Kilometer nur drei Liter Kerosin benötigt.

Bestellt haben diesen Flugzeugtyp bisher die Fluggesellschaften Emirates, Singapore Airlines und Quantas sowie die Lufthansa, die mit 15 Exemplaren der viertgrößte Kunde ist. Die Singapore Airlines benutzen den A 380 schon seit vergangenem Jahr für die „Känguru-Route“ von Singapur nach Sydney und London Heathrow. Die Lufthansa möchte die Maschine im kommenden Jahr in Betrieb nehmen.

Die Emirates bekamen ihren ersten A 380 Ende Juli. Er bietet Platz für 475 Passagiere und hat 14 Suiten und einen Spa-Bereich mit zwei Bädern und Duschen an Bord. Der A 380 fliegt von New York nach Dubai und wieder zurück. Insgesamt hat Emirates 58 Flugzeuge bestellt.

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Trotz Verbots! Georg D. schleicht sich 130 Mal in die Uni – seine Rechtfertigung ist überraschend 
Trotz Verbots! Georg D. schleicht sich 130 Mal in die Uni – seine Rechtfertigung ist überraschend 
Stammstrecke am Wochenende erneut gesperrt: Fahrgäste müssen Geduld mitbringen
Stammstrecke am Wochenende erneut gesperrt: Fahrgäste müssen Geduld mitbringen
Polizei verhaftet Hertha-Fan - am Viktualienmarkt hatte er sich tierisch daneben benommen
Polizei verhaftet Hertha-Fan - am Viktualienmarkt hatte er sich tierisch daneben benommen

Kommentare