Mäuse-Doktor (91) ist uneinsichtig: Kein Knast

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Dr. Friedrich E. (91, rechts) verlässt mit seinem Anwalt Alexander Eckstein das Gericht

München - Weil Dr. Friedrich E. (91) trotz Bewährungsstrafe weiter an Mäusen geforscht hatte, musste er jetzt erneut vor Gericht - und schrammt haarscharf am Knast vorbei.

Tierversuche und das Halten von Tieren hatte ihm das Gericht streng verboten. Dr. Friedrich E. (91) ließ aber trotz ­einer offenen Bewährung nicht von seinen Forschungsarbeiten an einem Impfstoff gegen Krebs ab. Bei einer Hausdurchsuchung wurde bei ihm wieder eine Maus entdeckt. Deshalb musste er am Donnerstag erneut vor Gericht erscheinen. Um ein Haar schrammte der betagte Arzt jetzt am Knast vorbei!

Früher hatte der Mediziner für ein renommiertes Institut gearbeitet. Sein Forschungseifer ließ auch mit seiner Pensionierung nicht nach. In seiner Wohnung in der Isarvorstadt richtete er sich ein Labor ein und setzte seine Versuche mit krebserregenden Viren fort. Für seine „zellfreien Viruskulturen“ benötigte er die inneren Organe von Mäusen, die er schmerzlos mit Chloroform tötete.

2007 entdeckten die Behörden in dem Labor 28 tote und teilweise sezierte Mäuse sowie 73 lebende Tiere im jämmerlichen Zustand. Zehn Monate Haft wegen „Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund“ sowie 73 Fällen der Tiermisshandlung bekam Dr. E. deshalb aufgebrummt. Das Gericht ordnete ein Tierhaltungsverbot an.

Doch der Mäuse-Doktor forschte weiter und wurde letztes Jahr wieder mit einer verlausten und von Fieber geplagten Maus erwischt. Dafür hätte er jetzt nach Ansicht des Staatsanwaltes sechs Monate in den Knast sollen: „Er hat bewiesen, dass er sich von Bewährungsstrafen nicht beeinflussen lässt. Das Rückfalltempo ist enorm.“

Verteidiger Alexander Eckstein bat um Milde um seinen Mandanten: „Er ist vom Geist der Wissenschaft beseelt.“ Da die Forschungen jetzt abgeschlossen seinen und kurz vor der Veröffentlichung stünden, bestehe nun keine Wiederholungsgefahr mehr.

Richter Jürgen Hanselmann ließ es bei drei Monaten, die er zu Bewährung aussetzte. 1000 Euro muss Dr. E. an die Deutsche Umwelthilfe zahlen!

E. Unfried

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