Verspotteter Marienplatz-Christbaum geklaut

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Die Laimer Maibaumfreunde haben den krummen (rechts) vom geraden Teil abgesägt. Die beiden Stämme lagerten sie auf diesem Grundstück an der Agnes-Bernauer-Straße. Jetzt ist der Maibaum weg.

München - Dieser Baum muss einiges mitmachen: Als Hungerfichte vom Marienplatz verspottet, sollte er als Laimer Maibaum endlich zu Ruhm und Ehre gelangen – doch nun ist der Baum weg.

Den Plan hatten die Burschen schon länger. Als die Späher dann am Samstag das Versteck der Laimer Maibaumfreunde gefunden hatten, fackelten die Harlachinger Burschen nicht lang: In der Nacht von Sonntag auf Montag klauten sie den Maibaum. „Gegen 3 Uhr morgens haben wir zugeschlagen“, sagt Bastian Leibig aus dem Vorstand. Mit einem Traktor rückten 27 Burschen an, luden den Baum in Windeseile auf. Das erste Ziel: Die Ortsgrenze von Laim – denn dann gehört die Beute den Regeln des Maibaum-Diebstahls nach den Dieben. Für zwei Nächte wurde der Baum in Thalkirchen gelagert, am Dienstagabend kam er dann nach Harlaching. Burschen-Mission erfüllt.

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„Für uns war das ein prestigeträchtiger Baum“, erklärt Leibig. Immerhin war er zunächst als Christbaum am Marienplatz gestanden – und als krumme Hungerfichte böse verspottet worden. Die Maibaumfreunde Laim wollten ihn zur Ehrenrettung als ihren ersten Maibaum adoptieren. „Wir hatten schon fünfzehn Meter abgesägt, die halbwegs grade waren“, sagt der Vorsitzende Hans Rotter. Nun muss er die Auslöse verhandeln. Bewacht, so sagt Rotter, habe den Baum niemand – da widerspricht Leibig. „Wir haben das observiert“, sagt er. Wahrscheinlich, glaubt er, wolle man in Laim die Schmach nicht zugeben. Rotter findet den Coup der Konkurrenz aber super: „Ich hatte eine Menge Spaß, seit dieser Baum geklaut wurde“, sagt er. „Wenn er zurückkommt, gibt’s ein Riesenfest am Laimer Anger!“

Wenn es nach Rotter geht, können sich die Harlachinger damit ruhig noch Zeit lassen: „Wir rechnen mit Anfang April“, sagt er. „Solange müssen die Burschen ihn bewachen, jetzt haben die das Problem“, sagt er und lacht.

Leibig räumt ein, dass es einige Woche dauern werde, bis alles verhandelt ist. Bis dahin wird der Baum nun an einem geheimen Ort bewacht – damit ihn niemand klaut.

Ann-Kathrin Gerke

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