Maibaum-Panne: Feuerwehr nimmt Olivenöl

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München - Maibaum-Panne am Viktualienmarkt: Beim Aufstellen des 37 Meter hohen Ungetüms gab’s am Freitagvormittag gleich zwei Probleme. Bei einem half Olivenöl.

Das Prozedere mit dem Maibaum ist ja ein besonderes. Man fällt ihn, man bemalt ihn, man bewacht ihn und dann stellt man ihn auf – zwar nach dem immergleichen Schema, aber es läuft eben nicht immer nach dem gleichen Plan. Dabei wären im Vorfeld fast alle Vorkehrungen für einen reibungslosen Ablauf getroffen worden: „Er war nicht leicht zu klauen. Erst hatte der Burschenverein sein Auge drauf und dann wurde er von der Polizei zum Viktualienmarkt eskortiert“, sagte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD). Auch Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) war beim Aufstellen mit dabei.

Der Baum aus Kleinkarolinenfeld bei Aying wollte nicht so recht in die Lüfte. Und das ausgerechnet beim 50. Jubiläum.

Offenbar hatte niemand daran gedacht, dass die Robinie gegenüber der Löwen-Apotheke in den vergangegen Jahren um ein gutes Stück gewachsen war. Deswegen hing um 10.30 Uhr der Maibaum im Baum. Und gleichzeitig gab es auch unten am Fundament Probleme: Die Gestelle wurden zwar exakt an den Stamm angepasst. Allerdings hatte der Baum wegen der frisch aufgetragenen blauen Farbe keinen Bewegungsspielraum mehr, als ihn der Kran um 90 Grad nach oben drehen sollte.

Doch auf dem Viktualienmarkt hilft man sich gern, besonders wenn ein Maibaum in der Klemme steckt: Die Berufsfeuerwehr zapfte am Nachbarstand einen guten Schluck italienisches Olivenöl und brachte den Baum erst unten am Fundament, dann auch in der Robinienkrone zum Flutschen.

Traditionsgemäß sind es die Münchner Brauereien, die der Stadt München ihren Maibaum schenken. Zur Feier des Tages gab es in dem angrenzenden Biergarten für alle dann noch 600 Liter Freibier. Die rutschten schließlich von alleine – auch ohne Olivenöl.

Katharina Fuhrin

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