„Gemischtes Bauchgefühl“

Was Mallorca-Urlauber jetzt wissen müssen - drei Münchner Urlauber erklären, warum sie trotzdem fliegen

Das Corona-Beben trifft Mallorca mit voller Wucht. Wir klären auf, was Urlauber jetzt wissen müssen und haben mit Münchner Urlaubern gesprochen, die trotzdem fliegen.

Coronavirus/Mallorca: Was bedeutet die Warnung?

Die offizelle Reisewarnung gilt ab sofort für ganz Spanien und alle Inseln außer den Kanaren. Es gibt kein Verbot, nach Spanien zu reisen, die Warnung soll aber abschrecken. Für Verbraucher heißt das: Sie können ihre Spanien-Reisen jetzt kostenlos stornieren.

Coronavirus/Mallorca: Wo ist das Risikogebiet?

Fast ganz Spanien ist nun als Corona-Risikogebiet eingestuft, weil ein kritischer Grenzwert über sieben Tage gerissen wurde: Es gibt landesweit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Für Rückreisende hat das gravierende Konsequenzen: Sie müssen bis zu 14 Tage zu Hause in Quarantäne – oder einen negativen Test vorweisen. Das gilt für jeden, ohne Ausnahme.

Coronavirus/Mallorca: Wie laufen die Tests ab?

Rückkehrer haben zwei Optionen. Sie können einen Test am Flughafen machen lassen – ein Rachenabstrich, nicht angenehm, aber schnell. Diese Tests sind in Bayern generell kostenlos. Wer sich nicht am Flughafen testen lässt, kann Teststellen und Termine unter der ärztlichen Servicenummer 116 117 erfragen. Erlaubt ist, sich noch in Spanien testen zu lassen. Ein negatives Attest gilt, wenn es auf Deutsch oder Englisch geschrieben und jünger als 48 Stunden ist. Diese Tests müssen Urlauber aber selbst bezahlen.

Coronavirus/Mallorca: Wie lange dauern die Tests?

Das Spahn-Ministerium nennt 24 bis 48 Stunden, bis das Ergebnis vorliege. Viele Passagiere vom Münchner Flughafen habe schlechtere Erfahrungen: tagelange Verzögerungen, der digitale Abruf der Ergebnisse stockt.

Coronavirus/Mallorca: Welche Strafen drohen?

Offiziell gilt die Testpflicht. Wer sich weigert, muss Bußgelder von bis zu 25 000 Euro fürchten – das Maximum.

Mallorca ist wegen der Corona-Reisewarnung geschockt.

Coronavirus/Mallorca: Was, wenn der Test positiv ist?

Wer ein positives Test-Ergebnis bekommt, ob Symp­tome oder nicht, muss ohnehin sofort in Quarantäne. Die Behörden können das überwachen, weil die Labore positive Tests direkt an das örtlich zuständige Gesundheitsamt melden.

Coronavirus/Mallorca: Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Tui sagt alle Pauschalreisen ins Risikogebiet ab. Den Kunden würden Umbuchungen angeboten, etwa zu den Kanarischen Inseln, sagt ein Sprecher. DER cancelt alle Touren bis vorerst 21. August. Die meisten Veranstalter ziehen nach und stornieren jeweils wochenweise. Reisende bekommen dann das Geld zurück und müssen keinen Gutschein akzeptieren. Das gilt allerdings nicht für Spontanbuchungen seit Freitag. Individualreisende, die trotzdem nach Spanien wollen, dürfen das – sollten aber genau prüfen, ob ihr Flug wirklich stattfindet. Auch bei der Rückreise!

Coronavirus/Mallorca: Was gilt nun in Spanien?

Wer gerade im Urlaub ist, sollte sehr vorsichtig sein. Viele Veranstalter bieten eine frühere Rückreise an. Achtung: Kostenfalle! Wer diese kostenfreie Umbuchung nicht akzeptiert, muss seine Rückreise womöglich später selbst bezahlen. Vor Ort werden die Regeln verschärft. Das Nachtleben werde landesweit unterbunden, es gebe Rauchverbote, und Alkohol dürfe nicht mehr im Freien getrunken werden, sagt Spaniens Gesundheitsminister. Aktuell sind 30.000 deutsche Pauschalreisende auf den Balearen, die meisten auf Mallorca.

Das sagen drei Münchner Mallorca-Flieger über die aktuelle Situation

„Wir haben kein mulmiges Gefühl. Wir sind Mitte 50, nicht so die Partygänger. Restaurants haben wir vorreserviert, wir übernachten bei Puerto Portals - kein Stress, keine Angst, keine Probleme. Wir haben dieses Jahr wegen Corona so viele Reisen geplant und storniert, darunter Santorin und Kreta. Diesmal wollen wir auf alle Fälle fliegen.“ - Manuela und Max Halbinger, München

„Die Überlegung, abzusagen, war natürlich da. Wir haben das abgewogen, und glauben, dass es verantwortbar ist, trotzdem zu fliegen. Wir haben für zehn Tage ein Appartment in Palma gebucht und treffen Freunde - Freunde, die wir in München auch gesehen hätten.“ - Robert Abt (46) mit Sophie (34), Johanna (8), Theresa (10) und Nicolaus (13) aus München

„Es ist ein Urlaub, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Die letzten zwei, drei Jahre hat es bei mir wegen Arbeit und Studium nie mit Ferien geklappt. Natürlich ist das Bauchgefühl jetzt gemischt, ein Hotel hätte ich im Moment nicht gebucht. Aber ich bin mit zwei Freunden unterwegs, wir haben uns auf Mallorca eine Finca gemietet.“ - Alexander Geng (31) aus München

In München steigen die Zahlen der Neu-Infizierten mit dem Coronavirus wieder an. Ein Bild aus der U-Bahn am Hauptbahnhof zeigt jetzt, wie wenig Abstandsregeln im Alltag eingehalten werden.

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Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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