Vom Anlageberater zum Angeklagten

Malte H. vor Gericht: Der Absturz des Millionen-Zockers

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Malte H. heute: Ausgemergelt und mit grauem Fusselbart kam er am Donnerstag ins Gericht.

Einst hatte er das unfassbare Siegerlächeln und jonglierte nebenbei mit Millionen - heute muss sich Malte H. Geld für das Bahnticket nach München leihen. Wie kam es zu dem Absturz des Millionen-Zockers? 

München - Wir sehen einen erschöpften Mann, im Holzfällerhemd sitzt er auf der Anklagebank. Seine Wangen sind eingefallen, ums Kinn sprießt ein grauer Fusselbart. Kaum zu glauben: Dieser Mann ist Malte H. (45), vor Jahren ein millionenschwerer und international bekannter Geschäftsmann. Heute ist er mittellos, stand am Donnerstag vor Gericht. Das Geld für die Bahnfahrt nach München musste er sich leihen…

Es ist der Absturz eines Millionen-Zockers! Einst hatte Malte H. dieses unfassbare Siegerlächeln: Mit Promis traf er sich auf Gala-Veranstaltungen, beruflich jonglierte er mit Millionen. Als Anlageberater war H. erfolgreich, in der Finanzbranche galt er als Star. Bis sein Firmen-Imperium vor dreieinhalb Jahren aus den Fugen geriet. Weil plötzlich 300 Millionen Euro spurlos verschwunden waren …

Malte H. lebt heute in einem Zimmer bei seiner Familie

Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Malte H., dem noch etliche Prozesse drohen – unter anderem wegen Betrugs in Millionenhöhe. Er lebt mittlerweile in Ungarn. „Bei meiner Familie. Ich habe ein Zimmer.“ Und nicht mal mehr ein Handy …

Am Donnerstag hatte Malte H. seinen ersten Auftritt vor Gericht, dieses Mal noch in einer anderen Sache: Er musste sich wegen Steuerhinterziehung verantworten. Angeblich fehlten rund 130.000 Euro in der Bilanz seiner Firma mit Sitz in Unterföhring.

„Mein Auftrag war es, Gelder einzutreiben“

Damals: Smart und erfolgreich: Malte H. mit Begleitung bei einer Business-Gala am Oberanger.

„Ich hatte eine Mitarbeiterin, die für alle Buchungen zuständig war“, sagte H. „Ich habe ihr vertraut, dass sie alle Unterlagen an den Steuerberater weiterleitet.“

Trotz Millionensorgen stellte sich der frühere Geschäftsmann als unschuldig dar – und behielt damit recht: Am Ende wurde er freigesprochen. Laut Gericht waren Übermittlungsfehler schuld an der schiefen Bilanz. „Dafür konnte der Angeklagte nichts“, sagte Amtsrichter Bauer.

In den weiteren Prozessen wird Malte H. wohl nicht so glimpflich davonkommen. „Mein Auftrag war es, Gelder einzutreiben.“ Seine Geschäftspartner legten es dann an. Wo die Millionen sind, ist bis heute unklar. „Meine Schulden kann ich nicht begleichen“, sagte H. Sein Privatvermögen über 800.000 Euro wurde bereits gepfändet…

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