Mando Diao: Der kleine Schritt zurück ins Glück

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Bei Mando-Diao-Konzerten geht es, egal ob "unplugged" oder nicht, meist ordentlich zur Sache.

München - Mando Diao gab mal wieder eine Stippvisite in München ab. Dieses Mal aber nicht in der riesigen Olympiahalle, sondern im beschaulicheren Zenith. Und außerdem ging es dieses Mal "unplugged" zu. Die Konzertkritik.

Wie gut ein kleiner Schritt zurück tun kann. Als Mando Diao im Herbst 2009 zuletzt nach München kamen, war der Dance with Somebody-Hype gerade auf dem Höhepunkt.

 Die Schweden spielten in der riesigen Olympiahalle, lieferten ein recht emotionsloses Konzert und hinterließen enttäuschte Fans. Aus den rotzfrechen Schweden war Massenware geworden. Für ihren jetzigen Auftritt wählten sie wieder den etwas kleineren Rahmen.

Klar, das Zenith bietet lange nicht so viel Intimität wie das Atomic Café, in dem Mando Diaos München-Karriere begann. Doch mit diesem Auftritt machten die Sänger Björn Dixgard und Gustaf Norén und ihre Band beim treuen Münchner Anhang wieder viel gut. Es knallte, es kribbelte, es berührte. Und am Ende stand Norén wie zu besten Zeiten wieder mit nacktem Oberkörper da, grinste - und unten waren die jungen Mädels kurz vor der Ohnmacht. So recht wusste man ja nicht, wo das hinführen sollte.

Nach der Hysterie vor zwei, drei Jahren ließen Mando Diao ein Unplugged-Album folgen. Streicher statt Stromgitarren? Das funktionierte ganz hervorragend. Vor allem, weil sie bewiesen, dass sie es doch noch krachen lassen können. Anders als auf der soften CD, fegten Mando Diao geradezu über das Publikum hinweg. Wo es laut sein musste, da knallte es auch. Highlight: das umjubelte Long before Rock’n’Roll. Bei Balladen wie dem zauberhaften If I Don’t Live Today Then I Might Be Here Tomorrow waren es dagegen genau die zuvor stillen Geiger, die für Gänsehaut-Feeling sorgten.

Dass es läuft, merkten Dixgard und Norén gleich. Inbrünstig wie zu alten Zeiten sangen und schrien die beiden, teilten sich ein Mikro und flirteten mit den Mädels. Und, natürlich, als letzte Zugabe musste es folgen: das unvermeidliche Dance with Somebody. Doch was die Schweden am Ende aus dem Charthit zimmerten, versöhnte selbst den größten Kritiker: eine energiegeladene, achteinhalbminütige Funk-Version. Da konnte man nicht anders als mittanzen!

T.A.

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