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Mangostin-Wirt watscht Randalierer: Nun soll er zahlen

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Mangostin-Wirt Joseph Peter (re.) mit Roland Kuffler. bod

München - Joseph Peter (51), Wirt des Promi-Lokals Mangostin in Thalkirchen und des Mangostin Airport, soll wegen Körperverletzung 6000 Euro Strafe zahlen.

Der Kenner und Könner der asiatischen Küche bekam einen Strafbefehl in dieser Höhe. Sein Vergehen: Er wollte einen angetrunkenen Randalierer nach einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr festhalten, wobei er dem sich sträubenden Mann zwei Watschn verpasste. Peter legte Einspruch ein.

Es geschah am 7. Mai 2008 spät nachmittags auf der Werdenfelsstraße. Der arbeitslose Koch Florian B. (26) schlug an einer Ampel mit einer Bierflasche auf den Wagen einer Fahrerin ein. Die Frau reagierte wegen ihrer Kinder im Fond panisch, gab bei Rot Gas und gefährdete dabei sich und andere. B. sprang anschließend auf das Auto des Gastronomen zu, schmetterte die Flasche gegen die Windschutzscheibe und schlug den Seitenspiegel ab. Dann wollte er einen dritten Wagen attackieren, in dem Frau Peter ihrem Mann folgte.

In dieser Situation sprang der Wirt aus dem Wagen und versuchte, den Randalierer zu ergreifen. Nach Peters Darstellung stand B. mit der Bierflasche „drohend“ da, er habe ihn mit einer Ohrfeige abgewehrt und ihm eine zweite versetzt, als der Angetrunkene die Flasche nicht hergeben wollte. Mit der Faust, wie die Staatsanwaltschaft behauptete, habe er nicht zugeschlagen.

Verteidiger Steffen Ufer erklärte, Peter habe „in Notwehr und Nothilfe gehandelt, weil er sich und seine Familie schützen wollte“. Peters Sohn saß bei ihm im Auto, die Tochter bei der Mutter. Der Wirt habe wie jedermann das Recht gehabt, den auf frischer Tat ertappten Straftäter festzunehmen. Immerhin habe Florian B. einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr begangen. Augenzeugen schilderten laut Ufer mit einer Ausnahme den Vorfall genauso wie der Mangostin-Wirt. B. habe nach Wegnahme der Bierflasche weiter „gepöbelt“ und Joseph Peter beschimpft. Dieser rief die Polizei.

Florian B. gab damals an, er habe mit den Fahrern „nur reden wollen“. Peter hätte ihn fragen sollen, was er wolle. Ein Polizeibeamter schilderte den Arbeitslosen als „reuig“, während Peter „aufgebracht“ gewesen sei. Ufer: „Peter hat Zivilcourage bewiesen.“ Eine Bestrafung konterkariere die Forderung von Politikern, Courage gegenüber Gewalttätern zu zeigen. Peter habe „mindestens eine Belobigung“ verdient und keinen Prozess. Das Vorgehen der Justiz empfindet Ufer als „skandalös“.

Am 8. Januar verhandelt das Amtsgericht über den Fall. Sarah List

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